Moore: Trump wollte nie Präsident werden.

Als auf dieser Seite die These aufgestellt wurde, Donald J. Trump, mittlerweile offizieller Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei der Vereinigten Staaten – oder viel mehr eines Teils dieser Partei, habe niemals ernsthaft Präsident werden wollen, sondern seine Kandidatur eigentlich nur als Marketing-Gag nutzen wollen, hielten das wohl viele für weit hergeholt. Mittlerweile mehrten sich allerdings die Hinweise auf diese These und zuletzt fanden sich offenbar Quellen aus dem Umfeld Trumps, die sie endgültig bestätigten. Das behauptet der populäre Aktivist und preisgekrönte Filmemacher Michael Moore in einem Artikel für die „Huffington Post“.

Dass Trump nie hab ernsthaft kandidieren wollen, wisse Moore demnach „als Fakt“. Der Dokumentarfilmer deutet dabei an, diese Information käme von Personen, die sowohl Trump als auch dem Kabelsender NBC nahe steht. Allerdings will er seine Quelle nicht öffentlich nennen.

Moore zufolge habe Trump seine Kampagne gestartet, weil er unglücklich mit seinem Vertrag als Star der NBC-Reality-Show „The Apprentice“ gewesen sei. Er habe einfach mehr Geld gewollt. „Er hat schon früher die Idee gehabt für die Präsidentschaft zu kandidieren in der Hoffnung, dass die Aufmerksamkeit daraus seine Verhandlungsposition stärken würde Aber er wusste, als der selbsternannte König der Dealmacher, dass behaupten, dass du etwas tun wirst, nichts ist – etwas zu tun, bringt die Bastarde dazu, sich hinzusetzen und zuzuhören.“ Trump habe zuvor auch mit anderen Televisionsanstalten über eine Übernahme seiner Sendung verhandelt, was ein anderer Weg gewesen sei, seinen Hebel gegenüber NBC zu verbessern. Danach habe er seine „Big Card“ ausspielen wollen und entschied sich, zu kandidieren.

„Natürlich würde er nicht wirklich kandidieren müssen – er würde nur die Ankündigung machen, ein paar Mega-Wahlkampfversammlungen, die mit zehntausenden Fans besetzt würden, abhalten, und dann auf die ersten Umfragen warten, die ihn – was sonst – auf den ersten Platz zeigen.“ So sei laut Oscarpreisträger Moore das Kalkül des umstrittenen Geschäftsmannes gewesen, weshalb er schließlich am 16. Juni 2015 – ohne jegliche Kampagnenmitarbeiter, ohne jegliche Wahlkampfinfrastruktur und ohne Skript – seinen legendären Auftritt auf der Rolltreppe hinlegte und – inmitten bezahlter Schauspieler – seine Kandidatur bekannt gab. Bald jedoch habe sich gezeigt, dass der Plan nicht aufgehen würde: Die anfänglichen Kommentare des Pseudo-Kandidaten seien so unangemessen gewesen – immerhin hatte er pauschal beinahe alle Mexikaner als Vergewaltiger und Drogendealer bezeichnet, während „einige gute Menschen sein mögen“, dass NBC, statt einen neuen Vertrag mit Donald Trump zu verhandeln, diesen schlichtweg feuerte. „Aufgrund der jüngsten abfälligen Bemerkungen von Donald Trump bezüglich Immiganten, beendet NBCUniversal seine Geschäftsbeziehungen mit Herrn Trump,“ hieß es nur wenige Tage nach dessen Ankündigung in einem Statement des Senders, der daraufhin außerdem Trump’s Schönheitswettbewerbe „Miss USA“ und „Miss Universe“ absetzte.

Trump sei davon schockiert gewesen, so Moore, allerdings habe der Geschäftsmann zunächst an seinem Plan, seinen „Wert“ für andere Televisionsanstalten durch die Kandidatur zu steigern, festgehalten. Dabei habe er zunächst geglaubt – und Personen, denen er vertraut, bestätigten ihm dies, dass er keine Chance hätte, wirklich Erfolg in den Vorwahlen zu haben. Es sei jedoch anders gekommen, auch weil die Medien feststellten, dass sich mit dem berufsmäßigen Provokateur als Präsidentschaftskandidat Quote – ergo Geld – machen ließ. Freie Wahlkampfwerbung in unschätzbarem Wert führte so schließlich dazu, dass Trump tatsächlich zum Kandidaten der Republikaner wurde – worüber laut Moore keiner entsetzter war als der Reality-Star selbst.

Laut Moore sei es nun allerdings das Ego des New Yorkers gewesen, dass ihn bewegte, weiterzumachen: Immerhin hatte er jetzt nicht nur eine Fernsehsendung, praktisch das ganze Fernsehprogramm bestand aus der Donald J. Trump Show.

Der Moment, in dem Trump schließlich begriffen habe, dass er in Schwierigkeiten ist, dass sein Leben als stänkernder Superreicher nun zu ende sein könnte, sei dann gekommen, als er die Vorwahl in New Jersey gewonnen hatte: Die Siegesrede des Kandidaten habe völlig anders gewirkt, als alle vorherigen – kraftlos und deprimiert. Erst an diesem Abend habe Trump realisiert, dass er mit seinem Marketingstunt zu weit gegangen war, dass er nun wirklich politisch arbeiten würde müssen. Soviel so Moore, sei laut dessen Quellen gesichert.

Im Schlussteil des Artikels stellt der Filmemacher allerdings eine spekulative – wenn auch interessante – Theorie auf: Demnach wolle Trump weiterhin nicht Präsident werden und sabotiere selbst seine Kampagne. In diesem Zusammenhang sei seine Fehde mit der Familie Kahn, die laut Moore den Sturz des Kandidaten eingeleitet hat, zu betrachten, ebenso wie seine Andeutungen, Waffennarren könnten etwas gegen Hillary Clinton unternehmen. Trump suche demnach – wissend, dass er nicht mehr gewinnen könne, geschweige denn wolle – verzweifelt nach einem Ausweg aus der Chose, der nicht bedeuten würde, eine offizielle Niederlage im November eingestehen zu müssen.

„Vertrauen Sie mir, ich habe den Kerl getroffen. Verbrachte einen Nachmittag mit ihm. Er würde eher die Clintons und die Obamas zu seiner nächsten Hochzeit einladen, als mit dem scharlachroten Buchstaben „L“ auf seiner Stirn gebrandmarkt zu sein, sobald die letzten Wahllokale an diesem Abend schließen, am Abend der letzten Episode der endgültig abgesetzten ‚Donald Trump Shit Show‘,“ so Moore.

Moore schließt seine Kolumne mit einem Aufruf an Donald Trump, möglichst schnell eine Möglichkeit zu finden, auszusteigen, um seiner „lächerlichen Partei“ die Möglichkeit zu bieten, einen anderen Kandidaten aufzustellen, der die Niederlage im November hinnehmen kann.

Trump war zuletzt auch in die Kritik geraten, indem seine engen Beziehungen zum russischen Putin-Regime infrage gestellt wurden, so wurde beispielsweise jüngst bekannt, dass Trumps Wahlkampfmanager, Paul Manafort, früher für den ukrainischen Diktator und persönlichen Freund Putins, Wiktor Janukowytsch, arbeitete. Außerdem war Ivanka Trump, die Tochter des republikanischen Kandidaten, die eine zentrale Rolle in dessen Kampagne spielt, kürzlich ausgerechnet mit der Lebensgefährtin Wladimir Putins Lebensgefährtin Wendi Deng im Urlaub gewesen.

SPD auf Wahlkampftour: Erleichterungen bei Sozialabgaben.

Berlin. Ein Spiel beherrscht die heutige SPD wohl wie keine andere pseudo-linke Partei der Erde: Wann immer Wahlen anstehen kann sie binnen Augenblicken umschalten von einer neoliberalen Industriepartei auf eine populistische Volkspartei – zumindest für die Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang ist auch der jüngste Vorschlag zu sehen, Freibeträge bei den Sozialabgaben einzuführen.

SPD-Parteivize Thorsten Schäfer-Gümbel nannte dies in der „Rheinischen Post“ vom Montag eine Möglichkeit, um Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen finanziell zu entlasten. „Ein Freibetrag für Sozialabgaben analog zum Steuerfreibetrag wäre ein Instrument, das wirklich hilft“, erklärte er. Haushalte mit niedrigen Einkommen seien nämlich überproportional stark von Sozialabgaben belastet. „Auch eine Reduzierung der Sozialabgaben für Familien mit Kindern wäre denkbar“, fügte der SPD-Politiker hinzu.

Der Vorschlag ist durchaus vernünftig, und in anderen Ländern werden ähnliche Systeme, bei denen Niedriglöhner beispielsweise für die öffentliche Krankenversicherung gar nichts bezahlen müssen, mit Erfolg angewandt, diese Länder haben aber in der Regel keine sogenannte „Beitragsbemessungsgrenze“, in diesen Ländern gibt es in der Regel auch nur ein Versicherungssystem. In Deutschland könnte ein solches System nur dann finanziell funktionieren, wenn jeder Bundesbürger im gleichen Maße in das System einzahlen würde (geringere Einzahlungen durch Niedriglöhner müssten schließlich ausgeglichen werden).

Ob dieser Vorschlag allerdings die beste Variante ist, das öffentliche Gesundheitswesen gerechter auszurichten, ist fraglich – vielleicht würde es auch schon genügen, den Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben zu erhöhen, während man den Arbeitnehmeranteil senkt. Gerade bei Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen würde dieser – deutlich kleinere – Schritt essentielle Erleichterungen bewirken.

Schäfer-Gümbel sieht im heraufziehenden Wahlkampf „eine große, mutige Einkommensteuerreform“, die die Bezieher von niedrigen und mittleren Einkommen entlastet, als einen der Schwerpunkte für seine Partei. Zur Gegenfinanzierung will er unter anderem Steuerbetrug wirksamer bekämpfen. „Hilfreich wäre dabei eine Art Finanz-TÜV“, sagte Schäfer-Gümbel. Unternehmen, die ein neues Steuersparmodell anwenden wollten, müssten es sich erst vom Staat genehmigen lassen. Außerdem pocht er auf „eine leistungsgerechtere Beteiligung höherer Einkommen und Vermögen“.

Jimmy Carter – Ein Mann, der keinen Schuss abgab!

Friedenspolitisch war Jimmy Carter, von 1977 bis 1981 der 39. Präsident der Vereinigten Staaten, wohl der erfolgreichste US-Präsident nach dem zweiten Weltkrieg – es ist also kein Wunder, dass die Rechte ihn hasst, sich sogar über seine Krebserkrankung lustig macht.

Dabei darf man folgendes über Carter nicht vergessen, wenn man sein Erbe einst betrachtet:
– In seiner Amtszeit gab es keine Schüsse amerikanischer Soldaten auf Zivilisten, es wurden keine Raketen abgeschossen, keine Bomben geworfen – bis heute ist er der letzte US-Präsident mit solch einer Bilanz.
– Mit dem Camp-David-Abkommen und den SALT II-Verträge war Carter an zwei essentiellen Friedensverträgen des vergangenen Jahrhunderts beteiligt.
– Nach seiner Präsidentschaft setzte er sich mithilfe des 1982 gegründeten Carter Centers weltweit für Menschenrechte und „die Beendigung unnötigen Leidens“ ein, das Carter Center entsendet unabhängige Wahlbeobachter, forscht zum Verständnis und zur Heilung geistiger Krankheiten, beteiligt sich an der Erforschung und Ausrottung von Infektionskrankheiten in Entwicklungsländern – Krankheiten, die laut Carter „niemanden interessieren“, weil damit kein Geld zu verdienen ist. Für seine Leistungen mit dem Carter Center wurde dem Expräsidenten 2002 der Friedensnobelpreis verliehen.
– Zum Erbe Carters wird es wohl einst auch gehören, maßgeblich an der Ausrottung des Medinawurms als Parasit beim Menschen beteiligt gewesen zu sein. Durch die Verbreitung von Wasserfiltern in Afrika, konnte das Carter Center seit 1986 Infektionen mit dem Parasiten von rund 3,5 Millionen auf zuletzt rund zwei Dutzend senken. Experten gehen davon aus, dass die Medina-Krankheit nach den echten Pocken und der Rinderpest in nächster Zukunft die dritte Krankheit sein wird, die vom Antlitz dieser Erde getilgt wird.

In Ehrung seiner Leistungen für eine friedlichere und fortschrittlichere Weltordnung, nehmen wir US-Präsident Jimmy Carter in die „Progressive Hall of Fame“ auf.

R2D2 meldet sich ab, Kenny Baker ist tot.

London. Der britische Schauspieler Kenny Baker, der am bekanntesten für seine Rolle als frecher Wartungsroboter R2D2 aus den Star Wars Filmen war, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Laut „Guardian“ starb nach langer Krankheit – er habe schon länger Atemprobleme gehabt. Seine Nichte Abigail Shields sagte der Zeitung: „Er hatte ein langes und erfülltes Leben. Er hat viele Menschen glücklich gemacht, wir feiern, dass er auf der ganzen Welt geliebt wurde“.

Der kleinwüchsige Baker spielte den pfeifenden und summenden Droiden R2-D2 in den ersten sechs Star Wars Filmen, dafür wurde er berühmt. Auch im Abspann der im vergangenen Jahr erschienenen siebten „Star-Wars“-Episode „Das Erwachen der Macht“ wurde sein Name erwähnt, obwohl er den Roboter da schon nicht mehr selbst spielte. Zur Europa-Premiere in London erschien er im Rollstuhl. Baker war 112 Zentimeter groß, so passte er in die Roboterhülle. Aus dem Inneren heraus steuerte er den weltberühmten Droiden. Bevor er die Rolle bekam, die ihn zu Star machte, arbeitete er unter anderem in einem Zirkus.

Spartacus am Sonntagmorgen vom 14.08.2016 – Die Frühstückszeitung.

„Ich glaube weiterhin fest daran, dass eine bessere Welt möglich ist.“ – Fidel Castro in einer Botschaft an das mexikanische Volk 2004


Artikel der Woche: Die Erde ist ausverkauft! Alle natürlichen Ressourcen für 2016 sind verbraucht!

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 Kennen Sie das: Sie kaufen sich im Kino eine Tüte Popcorn, aber schon nach der Hälfte des Films ist nichts mehr übrig? Ähnlich geht es der Menschheit global – bezogen auf natürliche Ressourcen. Schon jetzt sind die natürlichen Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht!

Der Artikel erschien am Montag bei Spartacus. Lesen Sie ihn hier.


Wahlumfragen: Keine Veränderungen zur Vorwoche.

Die Emnid-Umfrage zur Wahltendenz (Sonntagsfrage) sieht keinerlei Veränderungen zur Vorwoche, demnach steht die Union weiterhin bei 34 Prozent, die SPD bei 22 Prozent, die Grünen bei 12 Prozent und die Linkspartei bei 10 Prozent. Mit 11 Prozent und 6 Prozent würden auch AfD und FDP die Fünfprozenthürde überspringen und in den Bundestag einziehen.

Rot-Grün-Rot bleibt damit rechnerisch unmöglich, einzig eine Große Koalition oder eine Schwarz-Grün-Gelbe Regierung wären machbar.


Spartacus Five: Zahlen zum sozialistischen Kuba.

Anlässlich des 90ten Geburtstags von Fidel Castro befasst sich Spartacus Five mit Zahlen zum Inselstaat Kuba. Weiterlesen…

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Meldungen – Politik und Wirtschaft.

Ankara (Türkei). Prozesse gegen Oppositionspolitiker. Die türkische Staatsanwaltschaft fordert eine fünfjährige Gefängnisstrafe für den Co-vorsitzenden der links-kurdischen „Demokratischen Partei der Völker“ (HDP), Selahattin Demirtas. Dem Volksvertreter sowie einem weiteren pro-kurdischen Politiker wird die Verbreitung von „terroristischer Propaganda“ vorgeworfen, teilten türkische Nachrichtenagenturen am Freitag mit. Weiterlesen…

London. Der Zeitpunkt, an dem Großbritannien endgültig aus der Europäischen Union ausscheiden wird, könnte sich einem Zeitungsbericht zufolge bis weit in das Jahr 2019 hinauszögern. Nach einem Bericht der „Sunday Times“ warnen Mitglieder des Kabinetts von Premierministerin Theresa May Vertreter des Finanzsektors in vertraulichen Gesprächen bereits davor, dass die Regierung den offiziellen Austrittsantrag deutlich später stellen könnte als angekündigt. „Die Minister denken inzwischen, der Antrag könnte sich bis Herbst 2017 verschieben“, sagte ein Vertreter der Londoner City, der mit zwei Ministern gesprochen hatte, der Sonntagszeitung.

Rio de Janeiro (Brasilien). Abholzungen für eine Aussischt, die keiner will. Im Rahmen von medial verfolgten Großveranstaltungen muss man sich immer wieder die Frage stellen, ob wir – als globalisierte Gesellschaft – dieser Tage unsere Prioritäten richtig wählen: Im Rahmen der olympischen Spiele in der Hochburg des südamerikanischen Karnevals, Rio de Janeiro, wurden offenbar – für einen besseren Ausblick auf die Austragungsorte der olympischen Segelregatten – mehrere mächtige Regenwaldbäume weit abseits der eigentlichen Sportstätten gefällt. Weiterlesen…

London (Großbritannien). In der britischen Labour-Partei hat der progressive Flügel um den Vorsitzenden Jeremy Corbyn eine juristische Niederlage erlitten: Drei Richter eines Berufungsgerichts entschieden am Freitag, dass 130.000 neue Labour-Mitglieder, die der Partei in den sechs Monaten bis zum 12. Juli beitraten, nicht an der Wahl des Labour-Chefs teilnehmen dürfen, während noch am Montag ein Gericht zugunsten der neuen Mitglieder, bei denen es sich allen voran um Corbyn-Unterstützer handelt, entschieden hatte. Weiterlesen…

Berlin. Die neuen Konzentrationslager der Frau Petry (AfD). Die Co-Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei AfD, Frauke Petry, will abgelehnte Asylsuchende auf Inseln außerhalb Europas unterbringen lassen. Gegenüber „Bild.de“ forderte sie, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in eine „Rückwanderungsbehörde“ umzugestalten. Weiterlesen…


Meldungen – Kultur und Popkultur.

Berlin. Hanfparade findet zum 20. Mal statt. Mehrere tausend Menschen zogen am Samstag mit bunten Wagen und Musik  unter dem Motto „Legalisierung liegt in der Luft“ durch Berlin. Die demonstrierten damit für eine Legalisierung von Cannabis als „Rohstoff, Medizin und Genussmittel“. Nach Angaben der Polizei nahmen mehr als 4.000 Menschen an dem Umzug teil, der bereits zum zwanzigsten mal in der Bundeshauptstadt stattfand. Weiterlesen…


Meldungen – Vermischtes.

Leipzig. Ein Polizist hat in Leipzig im Einsatz seine Maschinenpistole verloren. Am Freitag sei mit Hochdruck nach der Waffe gesucht worden – zunächst jedoch erfolglos, wie Polizeisprecher Uwe Voigt erklärte. Der Beamte sei am Donnerstagabend zu einem Einsatz an einer Tankstelle in einem Plattenbauviertel im Stadtteil Leipzig-Grünau gerufen worden. Nach dessen Ende habe er ordnungsgemäß seine Ausrüstungsgegenstände überprüft – und dabei das Fehlen der Maschinenpistole festgestellt. Es handele sich um eine Heckler & Koch MP 5. Wie und wo der Polizist die scharfe Waffe verloren habe, sei nun Gegenstand der Ermittlungen. „Wir drehen jeden Stein um zwischen dem Revier und dem Einsatzort.“ Am wichtigsten sei es jetzt, die Maschinenpistole wiederzufinden. Danach stehen für den Polizisten auch disziplinarrechtliche Konsequenzen im Raum, wie Voigt sagte. Der Polizeisprecher betonte zudem, dass sich strafbar mache, wer die Waffe behalte. Wer sie findet, solle sich umgehend bei der Polizei melden. „Wir holen die Maschinenpistole ab“, sagte Voigt.

Beijing (Volksrepublik China). Mindestens 21 Menschen sind bei einer Explosion in der chinesischen Provinz Hubei ums Leben gekommen. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua ereignete sich die Explosion in der Stadt Danyang in einem Kraftwerk, wo eine Hochdruckdampfleitung explodiert sei. Chinas Staatsfernsehen CCTV hatte zunächst von einer Chemie-Fabrik gesprochen. Der Unglückszeitpunkt war gegen 15.20 Uhr Pekinger Zeit. Chinesische Medien brachten die Meldung um 19.30 Uhr. Die Feuerwehr sei vor Ort und die Rettungsaktion laufe. Fotos aus sozialen Medien zeigten eine Wand aus Flammen und Löscharbeiten bei Dunkelheit.


Die Rückkehr von Bertold Brecht

Die Vaterstadt, wie find ich sie doch?
Folgend den Bomberschwärmen
Komm ich nach Haus.
Wo denn liegt sie? Wo die ungeheueren
Gebirge von Rauch stehn.
Das in den Feuern dort
Ist sie.

Die Vaterstadt, wie empfängt sie mich wohl?
Vor mir kommen die Bomber. Tödliche Schwärme
Melden euch meine Rückkehr. Feuersbrünste
Gehen dem Sohn voraus.


„Spartacus am Sonntagmorgen – Die Frühstückszeitung“ soll Ihnen eine abwechslungsreiche Frühstückslektüre bieten, mit redaktionell ausgewählten Berichten aus Politik und Wirtschaft, Gesellschaft sowie Kultur und Popkultur.

Spartacus Five: Fünf Zahlen zu Kuba – anlässlich Fidel Castros Geburtstag.

Der ehemalige kubanische Präsident und Revolutionsführer Fidel Castro wurde von der CIA und amerikanischen Medien immer wieder für tot erklärt,wozu er einmal erklärte: „Ich sterbe fast jeden Tag. Das macht mir viel Spaß und ich fühle mich dadurch nur gesünder.“ Dennoch feierte der streitbare Kommunist am 13.08.2016 auf Kuba seinen neunzigsten Geburtstag. Zeit sich einmal mit seinem Lebenswerk, dem sozialistischen Kuba auseinander zu setzen.

I. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Kuba betrug 2014 etwa 79,39 Jahre. Damit ist die Lebenserwartung in dem Entwicklungsland sogar etwas höher als in den USA (78,94 Jahre), was Experten auf die verhältnismäßig gute – und freie – medizinische Versorgung in Kuba zurückführen.

II. Im Jahr 2013 betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kuba rund 6.790 US-Dollar. Damit lag der Wert deutlich unter dem globalen Schnitt von 10.650,83 US-Dollar, ist allerdings vergleichbar mit dem pro Kopf BIP des EU-Landes Rumänien.

III. Im Jahr 2014 betrug die Gesamtbevölkerung von Kuba rund 11,4 Millionen Einwohner. Davon lebten rund 2,13 Millionen Menschen in der Hauptstadt Havanna. Mit einer Geburtenrate von 1,62 und einem Durchschnittsalter von 41,2 Jahren droht Kuba allerdings langfristig – wie den meisten entwickelten Staaten – eine Überalterung der Gesellschaft.

IV. 59 Krankenhausbetten stehen in Kuba pro 10.000 Einwohner zur Verfügung, das sind fast doppelt so viele wie in den USA (30). Auch bei der Säuglingssterblichkeit (5 Promill) steht das sozialistische Land besser da als die USA (6 Promill), was wohl ebenfalls auf die bessere medizinische Versorgungsdichte zurückzuführen ist. 10.000 Kubanern stehen mit 67 Ärzten fast drei mal so viele Mediziner zur Verfügung wie US-Amerikanern.

V. Kuba hat mit 99,8 Prozent die höchste Alphabetisierungsrate in Amerika, was wohl auch auf die hohe Betreuungsrate in der Grundschule zurückzuführen ist. Eine Lehrkraft betreut hier im Schnitt nur 9 Schüler, in der Sekundarstufe sind es sogar nur noch 8. Dennoch studieren pro 100.000 Einwohner nur 3.313 Menschen, etwas mehr als beispielsweise in Mexiko, aber nur rund halb so viele wie in den USA – allerdings bei steigender Tendenz.

Viele Ökonomen führen übrigens wirtschaftliche Schwächen der exportorientierten Volkswirtschaft Kubas vor allem auf die drakonischen Sanktionen der USA gegen das sozialistische Land zurück. Einige US-Konzerne, allen vorweg PayPal und Ebay versuchen, diese Sanktionen gegen den Karibikstaat auch in Europa durchzusetzen.


Dieser Beitrag ist Teil unserer Sonntagsausgabe „Spartacus am Sonntagmorgen – die Frühstückszeitung“. Lesen Sie hier die komplette Ausgabe.

Rio opfert den Naturschutz zugunsten guter Aussicht auf Segelregatten, die niemanden interessieren.

Rio de Janeiro (Brasilien). Im Rahmen von medial verfolgten Großveranstaltungen muss man sich immer wieder die Frage stellen, ob wir – als globalisierte Gesellschaft – dieser Tage unsere Prioritäten richtig wählen: Im Rahmen der olympischen Spiele in der Hochburg des südamerikanischen Karnevals, Rio de Janeiro, wurden offenbar – für einen besseren Ausblick auf die Austragungsorte der olympischen Segelregatten – mehrere mächtige Regenwaldbäume weit abseits der eigentlichen Sportstätten gefällt.

Seit gut einer Woche kämpfen Segler aus aller Welt vor dem Strand von Flamengo mit dem Wind und dem – verschmutzten – Wasser um olympische Medaillen. Wer die Segelwettkämpfe nicht direkt vom Strand aus beobachten will, hat zwei Alternativen, die ein vollständigeres Bild liefern: Einerseits der Hügel von Outeiro mit seiner eindrucksvollen Barockkirche Nossa Senhora da Gloria do Outeiro im benachbarten Stadtteil Glória und andererseits der „Mirante do Rato Molhado“ im Künstlerviertel Santa Teresa, auf dem gleichnamigen Hügel im Zentrum Rios gelegen. Genau dort sollen vor einigen Monaten – der Aussicht wegen – einige mächtige Baumriesen gefällt worden sein.

„Es war wie eine Nacht-und-Nebel-Aktion. Von heute auf morgen waren die Bäume abgeholzt“, erinnert sich eine Anwohnerin. Eigentlich, so erklärt sie, hätte das gar nicht passieren dürfen, denn der hügelige Stadtteil Santa Teresa steht seit 1984 als Área de Proteção Ambiental (APA) unter Naturschutz – so sollten auch derlei Abholzungen verhindert werden-

Die meisten Bewohner von Santa Teresa haben allerdings nichts von den illegalen Baumfällungen mitbekommen, denn zum einen hat die Stadtregierung nie darüber informiert und zum anderen wird der „Mirante do Rato Molhado“ von der Bevölkerung seit Langem auch aus Angst vor Überfällen gemieden, weil der Aussichtspunkt an einem Übergang von Santa Teresa zur von Drogenhändlern kontrollierten Favela Santo Amaro liegt.

Ein Faktor, der den täglich per Kleinbus, Touristenjeep, Taxi und Uber zum „Rato Molhado“ gekarrten Urlaubern und Olympiatouristen verschwiegen wird. Zwar garantiert die Polizei von Rio, der Hügel sei derzeit sicherer denn je, aber „ich kenne hier keinen Einheimischen, der sich freiwillig länger als fünf Minuten auf dem Rato Molhado aufhält, um die Aussicht zu genießen“, erklärt die junge Frau aus Santa Teresa. Daran würden auch die olympischen Regatten nichts ändern. Wurden die uralten Baumriesen von Santa Teresa also nur für ein paar hundert Touristen gefällt?

Segeln ist in Rio jedenfalls – wie fast überall auf der Welt – der Sport einer kleinen, reichen Elite und deshalb bei den Einheimischen eher unbeliebt. Der Beliebtheitsgrad des Segelsports zeigt sich dabei auch an zahlreichen vergeblichen Protesten und Petitionen der lokalen Bevölkerung in den vergangenen Jahren. Sie wollten damit den Ausbau der Marina da Glória zur olympischen Wettkampfstätte verhindern und insbesondere die dazu notwendige Abholzung von rund 300 Bäumen des seit 1965 unter Denkmalschutz stehenden Parks von Flamengo.

„Es ist bestürzend, wie jemand solch ein Umweltverbrechen autorisieren konnte“, regte sich im vergangenen Jahr der Umweltaktivist und Abgeordnete Dionísio Lins von der konservativen Fortschrittspartei auf. „Rios Umweltminister weiß nicht, was er da unterzeichnet hat.“ Sonia Rabello, Präsidentin der Föderation der Vereinigungen der Bewohner Rio de Janeiros (Fam-Rio), beklagte zudem: „Der Park von Flamengo ist ein Kunstwerk und durch das Instituto do Patrimônio Histórico e Artístico Nacional unter Denkmalschutz gestellt. Jegliche Änderung seiner Vegetation ist ein gravierender Eingriff.“ Gefällt wurden die Bäume schließlich trotzdem, obwohl die Bevölkerung auch weiterhin keinerlei Liebe für den Segelsport zeigt. Ausgleich durch Renaturierung wird es wohl zumindest von staatlicher Seite nicht geben.


Dieser Beitrag ist Teil unserer Sonntagsausgabe „Spartacus am Sonntagmorgen – die Frühstückszeitung“. Lesen Sie hier die komplette Ausgabe.