Trump ordnet weitere Deregulierung der Finanzwirtschaft an und riskiert neuen Crash der Weltwirtschaft.

Washington D.C. (USA). Im Wahlkampf wetterte der Republikaner Donald Trump gerne gegen das korrupte Establishment in der US-Hauptstadt Washington. Der amerikanischen Bevölkerung versprach er, diese Korruption zu beenden. Dieses Wahlversprechen brach der neue US-Präsident mittlerweile schon auf mehreren Ebenen, indem er unter dem irreführenden Titel „Lobby-Verbot“ den Lobbyismus in Washington stärkte, oder indem er ausschließlich Lobbyisten, Establishment-Republikaner und superreiche Großspender in seine Regierung berief. Er bricht es nun erneut, indem er Regulierungen, die unter seinem Vorgänger Barack Obama infolge der Finanzkrise von 2008 eingeführt wurden, abschaffen will.

Der Arbeitstag des US-Präsidenten begann also am Freitag – nach einem Treffen mit den Geschäftsführern mehrerer US-Konzerne – mit dem Unterschreiben einer Exekutivanordnung, welche den ersten Schritt zum Zurückdrehen der Wall-Street-Regulierungen des „Dodd-Frank-Gesetzes“ und darüber hinaus darstellt. Außerdem, so Gary Cohn, der Direktor des „White House Economic Council“, gegenüber dem „Wall Street Journal“ am Donnerstagabend, will die neue Regierung auch gegen eine Regelung vorgehen, die Altersvorsorgeberatern gebietet, im besten Interesse ihrer Kunden zu handeln. Die Regelung, die Interessenkonflikte bei Vermögensberatern eliminieren soll, soll im April in Kraft treten – die Trump-Regierung will dies jedoch hinauszögern, erklärte Cohn dem Wirtschaftsmagazin. Wobei er nicht spezifisch darüber wird, wie lange die Regulierung verzögert werden soll.

Allerdings sei die Exekutivanordnung auch nur der Anfang „für eine Menge Kram, der kommen wird, so Cohn, der vorher Chef der umstrittenen US-Großbank „Goldman Sachs“ war. Die Order stellt allerdings auch den bisher schärfsten Vorstoß der Trump-Administration (die mit zahlreichen Wall Street Veteranen besetzt ist) gegen die Regularien der Obama-Ära dar.

„Amerikaner werden bessere Auswahlmöglichkeiten haben und Amerikaner werden bessere Produkte bekommen, weil wir die Banken nicht buchstäblich mit hunderten von Milliarden an Regulationskosten belasten werden,“ erklärte Cohn gegenüber dem Wall Street Journal weiter. Er schlägt dabei den selben Ton an, wie schon viele Republikaner und Banker vor ihm, die klarmachten, das sie gar nichts von den Regulierungen des „Dodd-Frank-Gesetzes“, das 2010 nach einem heftigen Kampf im US-Kongress durchgesetzt wurde (aber von vielen Linken noch als zu halbherzig wahrgenommen wird), halten.

Da das 850 seitige Gesetz, aus über 400 Regularien besteht, die von ganz unterschiedlichen Behörden durchgesetzt werden, ist es anfällig dafür, schrittweise ausgehebelt zu werden, indem diese Behörden ihre jeweiligen Teilregelungen modifizieren oder aufheben. Genau dazu gibt die jüngste Exekutivanordnung Donald Trumps den Behörden nun die ausdrückliche Erlaubnis, auf diese Weise kann die Regierung mittelfristig unter Umgehung des Kongresses das Gesetz effektiv kippen.

Übrigens: Die selben Republikaner, die jetzt die Deregulierungsanordnung ihres Präsidenten feiern, warfen seinem Vorgänger, dem Demokraten Barack Obama, regelmäßig vor, zu viele Exekutivanordnungen zu verwenden, wenn es zum Beispiel um Öko-Politik oder Gesundheitspolitik ging.

Dass Trump derzeit die Medien dominiert – was auch von den politischen Abläufen in Deutschland und Europa ablenkt -, ist durchaus bedauerlich, gerade wenn es aber um Deregulierungen der Finanzwirtschaft geht, sind Deutsche von den Vorgängen in den USA ebenso betroffen, wie Amerikaner. Nicht zuletzt war es schließlich die amerikanische Kreditwirtschaft, die den Kollaps der Weltwirtschaft 2008, in dessen Folge Millionen Europäer von Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und schwerer Armut getroffen wurden, zu verantworten hatte.


Weiterführende Quellen:
Bericht aus der Washington Post: https://www.washingtonpost.com/news/morning-mix/wp/2017/02/03/trump-to-order-rollback-friday-of-regulations-aimed-at-finance-industry-top-aide-says/?utm_term=.b2f047c26266
Interview im Wall Street Journal mit Gary Cohn: https://www.wsj.com/articles/trump-moves-to-undo-dodd-frank-law-1486101602?mod=e2fb

Montagsbörse: Bankenstresstest dämpft Anlegerlaune – Kreditwürdigkeit der Türkei weiter gesenkt.

Das Ergebnis des Stresstests der europäischen Großbanken sorgte an den Börsen für deutliche Dämpfer. Insbesondere die Kapitalnot der Geldhäuser schreckt Anleger ab.

Der Dax sank deshalb am Montag um 0,1 Prozent auf 10.330,52 Punkte. Im europäischen Börsenindex EuroStoxx50 schlugen sich die teils kräftigen Kursverluste der Banken deutlicher nieder, er verlor 0,8 Prozent. Besonders unter Druck standen die italienischen Geldhäuser, die bei dem Gesundheitscheck der Aufsichtsbehörde EBA schlecht abgeschnitten hatten. „Bankanleger stellen fest, dass der Sack doch Flöhe hat und der Stresstest nicht ganz so positiv gewertet werden sollte, wie er auf den ersten Blick erscheint“, sagte Marktanalyst Jens Klatt von JFD Brokers.

Zu den schwächsten Dax-Werten zählten Commerzbank mit einem Abschlag von 2,2 Prozent, Deutsche Bank verloren 1,8 Prozent. Wesentlich stärker bergab ging es für die Aktien der italienischen HVB-Mutter UniCredit mit einem Minus von rund neun Prozent. Banco Popular und BBVA aus Spanien sowie Societe Generale aus Frankreich gingen ebenfalls mit Kursverlusten aus dem Handel. Auch die Aktionäre der österreichischen Raiffeisen Bank International flüchteten und schickten die Papiere um fünf Prozent nach unten.

Beim Test der Aufsichtsbehörde EBA landeten die Deutsche Bank und die Commerzbank unter den letzten zehn von 51 überprüften Geldhäusern. Die getesteten Banken hätten ihre Kapitalpolster zwar gestärkt, seien aber noch nicht völlig gesund, sagte EBA-Chef Andrea Enria. Die Finanzaufsicht BaFin betonte, aus den Ergebnissen des Tests resultiere nicht automatisch ein Kapitalbedarf. Die Institute mussten simulieren, wie stark ihre Kapitalquoten bei einer neuen Finanz- und Wirtschaftskrise zusammenschmelzen würden.

„Die Ergebnisse haben zwei Seiten“, sagte ein Aktienhändler. Zwar sei der Stresstest für Deutsche Bank und Commerzbank nicht so schlecht ausgefallen wie befürchtet, dennoch mache er die Kapitalnot der Institute deutlich. Dirk Becker von Allianz Global Investors sagte, die Resultate seien alles in allem positiv. Allerdings sei bei dem Test das für Banken besonders belastende Niedrigzinsumfeld gänzlich ausgeklammert worden.


Ratingagentur senkt türkische Kreditwürdigkeit weiter herab.

Die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) hat die Türkei am Montag als „Hochrisiko“-Land eingestuft.

Zuvor wurden Investoren bereits vor einem „ziemlich hohen Risiko“ gewarnt. S&P hatte im vergangenen Monat schon die Bonität türkischer Staatsanleihen herabgestuft und den Ausblick auf „negativ“ gesetzt, was weitere Verschlechterungen der Kreditwürdigkeit andeutet. Die neue Risikobewertung folgt jetzt auf Drohungen der türkischen Regierung, die sich lautstark über „fehlerhafte Entscheidungen“ der internationalen Rating-Agenturen beschwert hatte.

S&P hatte die schlechtere Einschätzung der Bonität im Juli mit den Folgen des Militärputsches und der Polarisierung im Land begründet. Vergangene Woche hatten Vize-Ministerpräsident Mehmet Simsek Schritte gegen die Rating-Agenturen angekündigt. Es gebe keinen Grund, die Bonität der Türkei schlechter einzuschätzen.

Die neuerliche Abstufung des Ratings dürfte weitere Probleme für die auf ausländische Devisen angewiesene Volkswirtschaft bedeuten: Nach mehreren verheerenden Terroranschlägen hatte insbesondere die Tourismusbranche der Türkei bereits enorm gelitten. Die Einstufung als Hochrisiko-Land könnte es nun der Türkei außerdem deutlich erschweren, ihre Verbindlichkeiten am Kapitalmarkt umzuschichten – also ihre Schulden zu abzubezahlen. In den vergangenen Jahren war es dem Mittelmeerstaat effektiv gelungen, ihren Staatshaushalt zu konsolidieren, so konnte die Staatsverschuldung in den vergangenen zehn Jahren um knapp 16 Prozentpunkte von 46,52 Prozent im Jahre 2006 auf aktuell nur noch rund 30 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt gesenkt werden. Höhere Zinsen, die schwächelnde Wirtschaft und eine niedrigere Bereitschaft von Anlegern in türkische Staatsanleihen zu investieren, dürften aber dem Plan der türkischen Regierung, den Schuldenabbau weiter voranzutreiben im Weg stehen.

Grund für die weitere Absenkung des Ratings ist insbesondere die unklare rechtsstaatliche Situation in der Türkei nach dem gescheiterten Putschversuch Mitte Juli.


Nach Gerichtsschlappe in Deutschland: Aus für Uber in China.

Nach einem zweijährigen Preiskampf gibt der US-Mitfahrdienst Uber in China auf und veräußert sein Geschäft in der Volksrepublik an den dortigen Marktführer Didi Chuxing.

Im Gegenzug wird Uber insgesamt mit einem Fünftel an Didi beteiligt, wie der Chef der US-Mutter Uber Technologies, Travis Kalanick, am Montag bekanntgab. Zuletzt hatte der harte Wettbewerb in China Uber mehrere Milliarden Dollar gekostet. Uber China wie auch Didi boten im Werben um neue Kunden hohe Rabatte ang und mussten zur Finanzierung immer mehr Geld bei Investoren einsammeln. Im Gegensatz dazu arbeitet Uber in den USA, Kanada und Hunderten Städten weltweit nach eigenen Angaben bereits profitabel.

Didi Chuxing und China Uber sind Insidern zufolge zusammen rund 35 Milliarden Dollar wert. China Uber werde weiterhin als eigenständiges Unternehmen arbeiten, hieß es. Uber dominiert die Branche zwar weltweit, in China kam das Unternehmen aus San Francisco zuletzt allerdings nur schwer voran. Didi entstand erst im vorigen Jahr aus der Fusion der beiden Fahrdienste der Internet-Giganten Alibaba und Tencent und kommt nach eigenen Angaben auf einen Marktanteil von rund 87 Prozent.

Experte Richard Ji vom Finanzdienstleister All-Stars Investment sagte, der Zusammenschluss sei „sehr sinnvoll.“ Vor allem die Kosten würden deutlich sinken. Der Uber-Deal belege die globalen Ambitionen des Konzerns, meinten Analysten. Nach eigenen Angaben prüft Didi, in das Apple kürzlich eine Milliarde Dollar investierte, die Expansion nach Hongkong, Taiwan, Japan, Russland und auch Europa. Einige Beobachter vermuten bereits, dass Uber und Didi in anderen Märkten zusammenarbeiten könnten. Bereits jetzt kooperiert Didi mit dem Uber-Konkurrenten Lyft in den USA, mit Ola in Indien und mit Grab in Südostasien.

Didi nutzt mit dem Deal die Gunst der Stunde. Denn erst in der vorigen Woche haben die chinesischen Behörden die rasant wachsende Branche mit einem offiziellen Vorschriftenkatalog aus der rechtlichen Grauzone geholt und damit für mehr Sicherheit auch bei den Investoren gesorgt. So müssen die Fahrer mindestens drei Jahre Erfahrung am Lenkrad haben. Zudem wird überprüft, ob sie mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Ihre Autos dürfen nicht älter als acht Jahre sein und maximal 600.000 Kilometer auf dem Tacho haben.

Uber steckt einem Medienbericht zufolge zudem 500 Millionen Dollar in den Aufbau eines eigenen globalen Straßenkarten-Projekts. Das Unternehmen wolle sich damit auf seinem Weg hin zum fahrerlosem Auto unabhängig von Google Maps machen, berichtete die „Financial Times“.

Uber gilt als Vorreiter der aufstrebenden Branche und hat mit seinem Angebot den Taximarkt in Aufruhr versetzt. Weltweit laufen Taxifirmen Sturm gegen den Mitfahrdienst. Sie fürchten erhebliche Einbußen und beklagen weniger strenge Auflagen bei dem neuen Konkurrenten. Allerdings tummeln sich auch zunehmend etablierte Autobauer in der Branche, um im Ringen mit der IT-Industrie um neue Mobilitätsangebote nicht ins Hintertreffen zu geraten. So führt Daimler gerade seine Taxi-Vermittlungs-Tochter MyTaxi mit der britischen Konkurrentin Hailo zusammen. Die Transaktion soll Europas größten app-basierten Taxi-Anbieter schaffen. Zuletzt hatten Volkswagen und die amerikanische Opel-Mutter General Motors dreistellige Millionenbeträge investiert.

Uber hat die Zahl seiner weltweit vermittelten Fahrten zuletzt kräftig gesteigert. Am 18. Juni ist die Marke von zwei Milliarden Touren überschritten worden, die per App abgewickelt wurden. Ende 2015 hatte Uber von einer Milliarde Fahrten seit Gründung 2009 gesprochen. Das Unternehmen offeriert sein Angebot mittlerweile weltweit in mehr als 450 Städten nach 311 vor einem Jahr, wird aber in vielen Ländern immer wieder juristisch ausgebremst. Erst vor kurzem hatte Uber in Deutschland vor Gericht eine Schlappe erlitten. Das Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) bestätigte im Juni das Verbot des Fahrdienstes UberPOP in Deutschland.


 

Montagsbörse: BREXIT-Panik überstanden, Amokläufe könnten Konsum bremsen.

Was wurden Anleger und Angestellte im Rahmen des BREXIT-Votums in Panik versetzt, dieses würde die europäische Wirtschaft schwächen, das Wachstum hemmen und vor allem Anleger vor Investitionen in Europa abschrecken. Lange jedenfalls scheint der Schreck nicht gewährt zu haben, mittlerweile konnte das BREXIT-Minus an den europäischen wieder ausgeglichen werden. Mit erfreulichen Daten des Ifo-Geschäftsklima-Index, der die Stimmung im Top-Management deutscher Unternehmen widerspiegelt, im Rücken, langten die Anleger am Montag wieder kräftig zu.

Zwar ging der Ifo-Index auf 108,3 Punkte zurück, allerdings hätte es „durchaus auch schlimmer kommen können“, erklärte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Der Ifo-Index belegt die These, dass das Brexit-Votum keine tiefen Bremsspuren in der deutschen Wirtschaft hinterlassen wird. Die Wachstumseinbußen werden im überschaubaren Rahmen bleiben.“ Schon unmittelbar nach dem BREXIT-Votum vertrat Spartacus weitestgehend diese These.

Der Dax stieg zu Handelsbeginn am Montag um 1,1 Prozent auf 10.260,05 Punkte und notierte damit erstmals wieder über seinem Niveau unmittelbar vor dem Brexit-Referendum vom 23. Juni. Zum Hoch des laufenden Jahres von Anfang Januar fehlten ihm damit aber noch gut 200 Zähler. Der EuroStoxx50 gewann zu Wochenbeginn 0,7 Prozent auf 2992 Stellen. Am positivsten allerdings ist die Entwicklung des Londoner Auswahlindex FTSE, der mit 6756,13 Punkten sogar ein Zwölf-Monats-Hoch erreichte, ob dies mit angekündigten Steuererleichterungen für Körperschaften zusammenhängt, ist nicht nachzuweisen, aber wahrscheinlich.

Der Euro reagierte ebenfalls mit leichtem Kursgewinnen. Er stieg auf einen Wechselkurs von 1,0979 Dollar. Gold dagegen, die typische Währung für konjukturschwache Zeiten verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 1314,63 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm), ein weiteres Zeichen für eine Erholung des Anlagetrends.

Verstärkt wurde dieser Trend durch die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen in den USA und in Japan. Die Fed könnte am Mittwoch dank einer Serie überraschend positiver Konjunkturdaten eine baldige Zinserhöhung signalisieren, schrieben die Experten der Essener National-Bank in einem Kommentar. Nach Aussage von Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets rechnen Investoren zudem für Freitag fest mit der Ankündigung weiterer Konjunkturhilfen durch die japanische Zentralbank.


Börsenwissen und Trivia.

Wissen Sie, warum vor der Frankfurter Börse ein Bär und ein Bulle stehen, warum diese beiden Tiere zum Symbol des Anlegertums wurden? Die beiden Geschöpfe stehen jeweils für einen Konjunkturstatus: Der Bär steht für das Fallen der Aktienkurse (Baisse), also einen wirtschaftlichen Rückgang, während der Bulle für steigende Kurse (Hausse), dementsprechend für die Steigerung angelegter Werte steht. Kein Wunder also, dass den Börsianern der Bulle das liebere Tier ist.

Aber warum nun Bulle und Bär? Dieses Sinnbild-Paar geht angeblich auf das 16. Jahrhundert zurück, wie in der Literatur zu lesen ist: Seinerzeit „besuchte ein spanischer Literat die damals dominante Börse in Amsterdam. Als er dem Treiben der Börsenhändler zusah, wurde er an eine besondere Variante des Stierkampfs in Südamerika erinnert: Dort ließ man nämlich in manchen Arenen Bullen gegen Bären kämpfen.“

Wenn ein Bär nach einem Gegner oder Opfer schlägt, haut er mit der Tatze von oben nach unten. Der Bulle stößt umgekehrt mit den Hörnern von unten nach oben. Auf die Aktienmärkte übertragen heißt das: Die Bären prügeln die Kurse nach unten, während die Bullen eine Aufwärtsbewegung befördern und den Wert der Aktien nach oben wuchten.


Ein Blick auf den Ifo-Geschäftsklima-Index.

Die meisten Unternehmen in Deutschland reagieren bislang eher gelassen auf das BREXIT-Votum der Briten, das zeigt der Ifo-Geschäftsklima-Index.

Während sich die Stimmung am Bau, im Einzelhandel und bei den Dienstleistern im Juli aufhellte, verschlechterte sie sich in der Industrie. Insgesamt fiel der Ifo-Geschäftsklima-Index um 0,4 auf 108,3 Punkte, deutlich geringer als befürchtet, wie die Münchner Forscher am Montag zu ihrer Umfrage unter rund 7000 Managern mitteilten. „Die deutsche Konjunktur zeigt sich widerstandsfähig“, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Aus Großbritannien hingegen kamen erneut Signale, dass das Referendum für einen EU-Austritt vor allem die Industrie auf der Insel belastet.

Der Ifo-Index gilt als wichtigstes Barometer für die deutsche Konjunktur. Viele Ökonomen hatten aufgrund des BREXIT-Votums mit einem deutlich stärkeren Rückgang gerechnet, der Index markiert jedoch weiterhin den zweithöchsten Stand in diesem Jahr.

Jedoch zeigt der Index auch, dass binnenwirtschaftlich orientierte Branchen eher an Zuversicht gewinnen, während exportabhängige Unternehmen tendenziell skeptischer sind. So verschlechterte sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe im Juli trotz zufriedenstellender Geschäftslage. „Die Industrie blickte aber merklich weniger optimistisch auf die kommenden Monate, die Automobilbranche berichtete sogar von pessimistischen Erwartungen.“ Das Vereinigte Königreich ist der weltweit drittwichtigste Absatzmarkt für deutsche Exporteure – nach den USA und Frankreich, aber noch deutlich vor China.

Im deutschen Einzelhandel, bei den Dienstleistern und am Bau hingegen ging es bergauf. „Im Bauhauptgewerbe klettert der Geschäftsklimaindikator auf immer neue Rekordwerte.“ Gerade für den Einzelhandel könnten jedoch die jüngsten Amoktaten und Terroranschläge ein Problem darstellen, da solche Situationen tendenziell den Konsum schwächen.