Commander In Chief

Diary of Donald Trump (Huge Commander) – My first week in office.

First Day in Office: Today I became President. Yay! I made Ben Carson vice-president. He is a nice guy, ‚though he is black. I like my new office, but I think I will redecorate. I don’t like the style.

Second Day in Office: I think I must pay myself for the great Trump wall. I called the Mexicans, and they don’t want to. Losers!

Third Day in Office: I Wrote an executive order to deport Rosie O’Donnell to Canada. I hope she gets eaten by an Ice-bear. She is ugly. Mr. Putin came over for dinner. He is a nice guy, not like these Chinese People, they are annoying. I like his style.

Fourth Day in Office: Dear Diary, today I met Liz, the queen of some European island-state. She was very old and I could barely understand her. She should really learn English before she talks to the Donald. All in all she was a nice lady, not like the lightweight O’Donnell. She reminded me of my granny, but her clothes were very outdated.

Fifth Day in Office: Those Chinese are annoying me to death, the Mexicans too. Losers. I think I might declare War on them.

Sixth Day in Office: I found some old nukes in the cellar. They are huge. I am thinking about using them I am the war against China and Mexico

Seventh Day in Office: Oooops…

Nachruf auf Roger Willemsen

Mit Roger Willemsen verlässt ein Mann die große Bühne, der immer aufrichtig war, ein Mann der anderen in einfachen Worten die Welt erklärte, wie er sie sah und ein Mann dem man gerne dabei zuhörte. Am siebten Februar starb Roger Willemsen infolge schwerer Krankheit. Sein Einsatz für die Redefreiheit, für die demokratische Debatte und für die Notleidenden in den Kriegsgebieten Afghanistans bleiben unvergessen.

Roger Willemsen vereinte einen wachen Geist mit einer schier unfassbaren Beobachtungsgabe, er war Journalist, Intellektueller, Erklärer, Unterhalter, Mahner aber vor allem war er ein aufrichtiger Mensch, der die Demokratie wie kein zweiter liebte. Für sein Buch „Das hohe Haus“ saß er ein ganzes Jahr lang im Bundestag, hoffend ihn möge der Hauch der Demokratie inspirieren. Heraus kam dabei eine Liebeserklärung an den deutschen Parlamentarismus und die konfrontative Debatte.

Und so trinke ich mein letztes Glas Grauburgunder auf dich Roger. Du wirst uns fehlen. Gerade jetzt in diesen stürmischen Zeiten, gerade jetzt wo alles in die Brüche geht. Prost!

 

Weißweinkolumne: Es ist nicht leicht Linker zu sein.

Linker zu sein ist nicht leicht: Im einen Moment fragt man sich, ob man zu moderat, zu weit rechts ist, wenn man vorsichtig anregt, dass auch andere EU-Staaten sich etwas stärker an der Flüchtlingshilfe beteiligen könnten, aber noch während man darüber reflektiert, brüllt aus irgendeiner dunklen Ecke des Parteiapparates ein Verschwörungstheoretiker seinen faschistoiden Wahnsinn in die Welt.

Es ist nicht leicht Linker zu sein, wenn sich die Parolen der rechten und linken Radikalen nur noch in Nuancen unterscheiden, wenn Linke sich Nationalkommunisten nennen, weil Nationalsozialist so ein unschönes Wort ist. Was Karl Liebknecht wohl denken würde, wenn er wüsste, dass Nationalisten in seiner Partei offen gegen Antifaschisten hetzen und stumpfes Deutschtum propagieren? Der Nationalismus ist der Feind des Friedens, Liebknecht wusste das, die Linken scheinen es vergessen zu haben.

Es ist nicht leicht Linker zu sein, wenn ich an meinen Großvater denke, der im zweiten Weltkrieg sein Bein, seine Jugend, seine Träume und beinahe seinen Verstand verlor. Er kämpfte in einem Krieg, an den er glaubte, zumindest am Anfang. Er glaubte die Hetzparolen der Nationalisten. Er glaubte sie alle. Er glaubte sie bis tief in die russische Taiga, wo er zum Antifaschisten wurde, als er als junger Offizier die Gräuel der SS bezeugte und niederschrieb. Seine Tagebücher, die heute Museumsstücke sind, zeigen nicht nur die Schrecken eines verlorenen Krieges, sie zeigen auch das Verzweifeln eines jungen Mannes an der Indoktrination der Deutschtümler. Was mein Großvater wohl erwidern würde, wenn man ihn heute einen Antideutschen hieße, obwohl er für dieses Land soviel aufgeben musste?

Es ist nicht leicht Linker zu sein, wenn selbsternannte Sozialisten gegen Schwule und „Gendermainstreaming“ ins Feld ziehen. Was Rosa Luxemburg wohl denken würde, wenn sie wüsste, dass Frauenrechte in ihrer Partei mit Füßen getreten werden? Wer die „klassische Geschlechterlehre“ propagiert, der ist kein Sozialist. Man kann nicht progressiv und „wertkonservativ“ zugleich sein, entweder man ist fortschrittlich oder man ist es nicht.

Es ist nicht leicht Linker zu sein, wenn der Bundestagsabgeordnete Diether Dehm sich intellektuell mit Verschwörungstheoretikern wie Ken Jebsen gemein macht, während Deutschland darüber diskutiert, ob ein Linker für Flüchtlingskontingente sein darf.

Es ist zum Verzweifeln Linker zu sein! Manchmal sitze ich abends vor meinem vierten Glas Grauburgunder und spreche mantrahaft die Grundsätze der linken Bewegung vor mich hin bis ich in einen unruhigen Schlaf sinke: Frieden, soziale Gerechtigkeit, Humanismus, Pluralismus, …, …

 

 

Nachgefragt: VW bestreitet Verantwortung für Gesundheitsrisiko

Wolfsburg. Auf Nachfrage von Spartacus bestreitet der Volkswagenkonzern, dass der Abgasskandal zu zusätzlichen gesundheitlichen Belastungen führen könnte. Auf eine Studie der niederländischen Universität Nijmegen zum VW-Abgasskandal angesprochen, lässt der Konzern durch einen Sprecher mitteilen, diese Studie sei im Konzern nicht bekannt. Eine seriöse Ermittlung von Gesundheitsrisiken sei jedoch nach Auffassung des Konzerns kaum möglich. Die Art und Weise, wie er das sagt, lässt keinen Zweifel daran, dass VW versuchen wird jeden Wissenschaftler in Misskredit zu bringen, der diese Auffassung nicht teilt. Der Rest der Antwort besteht dann aus Allgemeinplätzen und einer Erklärung des Konzerns, dass etwaige Gesundheitsrisiken von NO2 (Stickstoffdioxid – das Abgas um welches es vornehmlich ging) und Feinstaub nicht hinreichend erforscht seien. Vereinfacht ließt sich die Erklärung folgendermaßen: Wir übernehmen keine Verantwortung für etwaige durch unseren Betrug verursachten Gesundheitsschäden. 

„[…] Es existieren derzeit keine hinreichenden Informationen über eine tatsächliche Kausalität gemessener NO2-Umweltkonzentrationen im Hinblick auf medizinische Auswirkungen. Außerdem sind die tatsächlichen NO2-Immissionen der betroffenen Volkswagen-Fahrzeuge nicht genau bekannt. Mögliche Wechselwirkungen von NO2 mit anderen Luftschadstoffen wie Feinstaub etc., denen ähnliche gesundheitliche Auswirkungen wie dem NO2 zugeschrieben wird, sind unseres Wissens bislang ebenfalls noch nicht eingehend erforscht. Dies gilt auch für die Bedeutung der NO2 Konzentrationen in Innenräumen, wo sich Menschen deutlich länger aufhalten als in der Außenluft. Die uns derzeit bekannten wissenschaftlichen Daten ergeben kein eindeutiges Bild der Wirkung von Stickstoffdioxid in Umweltkonzentrationen auf den Menschen und es lassen sich keine vollständig abgesicherten Aussagen über das tatsächliche Gefahrenpotential treffen. […]“ – Auszug aus der Antwort von VW

Sklaverei in der Dose: Fischkonserven

Bangkok (Thailand). Handelsblatt Korrespondent Mathias Peer führte ein kritisches Interview zum Thema Zwangsarbeit in der Fischerei mit Thiraphong Chansiri, Chef des thailändischen Konzerns Thai Union, des drittgrößten Fischexporteurs der Welt, bis dieser aufsteht und geht. Verdutzt sieht der Journalist dem Fischmogul nach. Es war doch von Anfang an verabredet, dass auch über die Vorwürfe der Zwangsarbeit in der asiatischen Fischereiwirtschaft gesprochen wird. „Er ist sonst nicht so,“ entschuldigen die Pressesprecherinnen ihren Chef. Ob das stimmt? Jedenfalls scheint er nicht über die Arbeitsbedingungen von Gast- und Zwangsarbeitern in Thailand sprechen wollen. Zwar versichert Thiraphong, er habe Pläne, um gegen Sklaverei bei seinen Zulieferern vorzugehen, aber auf die Nachfrage des Handelsblatt-Korrespondenten, warum Organisationen wie Greenpeace seine Maßnahmen für unzureichend halten, reagiert der Konzernchef abschneidend. Nach einer Viertelstunde ist das Interview beendet, der Fischmogul steht auf und geht, ohne den Journalisten eines weiteren Blickes zu würdigen. Erkenntnisreich war das Gespräch für Mathias Peer trotzdem, schließlich zeigte sich dadurch erneut, wie ungern Konzernchefs auf schlechte Arbeitsbedingungen in ihren Unternehmen angesprochen werden. Kritik ist unerwünscht!

Thai Union ist Weltmarktführer bei Fischkonserven. Durch die Übernahme der in Sassnitz ansässigen Rügen Fisch AG mit Traditionsmarken wie Hawesta und Lysell, erobert der umstrittene Konzern auch den deutschen Konservenmarkt.

Der Vorwurf der Sklaverei ist dabei nicht von der Hand zu weisen. Die Löhne sind haarsträubend niedrig und werden oft erst nach mehreren Monaten überhaupt bezahlt. Nicht selten arbeiten Gastarbeiter im ersten Jahr ganz ohne Lohn, bei unterirdischen Arbeitsbedingungen: Barfuß, ohne Arbeitsschutzkleidung, häufig monatelang auf See bei mangelhafter Ernährung. Viele Gastarbeiter sind illegal nach Thailand gekommen, um Arbeit zu finden. Einschüchterung, auch physischer Natur durch Vorgesetzte ist an der Tagesordnung und die Ausweispapiere werden – wie im modernen Menschenhandel üblich – den Zwangsarbeitern vom Management abgenommen. Auch Kinderarbeit kommt bei Zulieferern der asiatischen Fischindustrie regelmäßig vor.

Wie ist nun mit diesen Erkenntnissen umzugehen? Was kann unternommen werden, um derartiges Verhalten der Konzerne zu unterbinden? Menschenrechtsorganisationen kämpfen schließlich seit Jahren vergeblich gegen die Arbeitsbedingungen in der Fischindustrie. Letztlich müssen Handel, Verbraucher und Politik  gleichermaßen jene Konzerne abstrafen, die Sklaverei, Menschenhandel und Kinderarbeit in ihren Lieferketten zulassen. Thailand muss seine leeren Absichtserklärungen, man wolle gegen den Menschenhandel verschärft vorgehen, endlich umsetzen, und von den großen Industrienationen muss ein klares Zeichen gesetzt werden: Wir wollen keine Sklaverei in der Dose! Nur, wenn Handel und Verbraucher keine Produkte mehr ordern, die im Zusammenhang mit Zwangsarbeit stehen, kann das Problem langfristig gelöst werden.

Deutschlands Kindersoldaten – Der Fußballverein als Rekrutierungszentrum

Berlin. Seit 2011 hat sich die Anzahl jugendlicher Wehrdienstleistender verdoppelt, circa 1500 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr waren 2015 noch nicht volljährig, dies ergab eine kleine Anfrage der Linksfraktion. Etwa 7% der rund 21.000 Rekruten, die den Dienst bei der Bundeswehr im Vorjahr angetreten haben, waren demnach minderjährig. Minderjährige werden zwar nicht in den Einsatz geschicht, absolvieren aber die gleiche Ausbildung wie erwachsene Soldatinnen und Soldaten, werden mit Erwachsenen gemeinsam untergebracht und werden an der Schusswaffe ausgebildet. Die Linke fordert nun: „den so­for­ti­gen Re­kru­tie­rungs­stopp Min­der­jäh­ri­ger in­klu­si­ve der Ein­stel­lung sämt­li­cher an Ju­gend­li­che ge­rich­te­ter Wer­be­maß­nah­men.“ Dazu wird es aber wohl vorerst nicht kommen, seit Abschaffung der Wehrpflicht hat es die Bundeswehr schließlich deutlich schwerer bei der Nachwuchsgewinnung.

Ob die Rekrutierung von Minderjährigen Soldaten sich jedoch rechnet, kann angezweifelt werden, so stiegen 484 der minderjährigen Rekruten 2015 noch während oder kurz nach ihrer Probezeit aus. Auch pädagogisch ist diese Anwerbung von Jugendlichen zu kritisieren, Minderjährige sind schließlich oft nicht reif genug, um die Folgen einer Verpflichtung als Bundeswehrsoldat adäquat einschätzen zu können, dennoch finden übliche Jugendschutzregelungen wie das Jugendarbeitsschutzgesetz keine Anwendung bei minderjährigen Soldaten, sie sind schließlich in erster Linie Soldaten und müssen sich in das Gefüge des Wehrapparates einfügen. Die Konsequenz daraus ist, dass ein Siebzehnjähriger Zivilist sich keinen Film ohne Jugendfreigabe ansehen darf, ein Siebzehnjähriger Soldat jedoch das Töten unter Realbedingungen trainieren muss.

Auch der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, kritisiert regelmäßig die Aufnahme minderjähriger Soldaten in die Streitkräfte. Besorgniserregend sei auch die besondere Gefahr für Jugendliche, „sich strafbar zu machen, falls sie beschließen sollten, die Streitkräfte nach Ablauf der Probezeit zu verlassen.“

Bei Studien aus Großbritannien, wo ebenfalls Minderjährige Rekrutiert werden, zeigten sich bei jugendlichen Rekruten laut Kinderrechtsausschuss deutlich häufiger psychische Probleme, Selbstverletzungen, posttraumatische Belastungsstörungen und Mobbing als bei erwachsenen Soldaten. Weiterhin wurde festgestellt, dass vor allem jugendliche Soldatinnen häufiger das Opfer von sexuellen Übergriffen in den Streitkräften sind. Auch aus militärischer Sicht sei die Rekrutierung Jugendlicher fragwürdig, da es aufgrund der geschilderten Probleme zu höheren Gesundheitskosten komme. Außerdem zeigen die Studien auch, dass minderjährig Rekrutierte viel häufiger frühzeitig aus dem Wehrdienst ausschieden, wobei sie nach ihrem Ausstieg auch noch ein höheres Risiko für Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und Suchterkrankungen aufwiesen. Vieles spricht also gegen die Aufnahme von Minderjährigen in den Militärdienst. Mit Bezug auf die britischen Untersuchungen fordert der Kinderrechtsausschuss deshalb die Anhebung des Rekrutierungsalters auf 18 Jahre.

Seit der Abschaffung der Wehrpflicht zielt die Bundeswehr mit ihrer Rekrutenwerbung dennoch verstärkt auf Jugendliche. So wurden im Jahr 2014 knapp 30 Millionen für die „Information und Werbung von Jugendlichen“ ausgegeben. Vermehrt setzt die Bundeswehr dabei auf die Zusammenarbeit mit Sportvereinen, allein für diesen Posten wurden 453.000€ des Budgets aufgewendet. Besonders beliebt war Werbung in Fußballstadien und bei Fußballvereinen. Aber auch spezielle, auf Jugendliche zugeschnittene Werbefilme, Plakate und Anzeigen werden verwendet. Hinzu kommen „Informationsveranstaltungen“ in Schulen oder Werbekooperationen mit Jugendzeitschriften wie Bravo.

Diese Vorgehensweise muss aufhören! Die Bundesrepublik riskiert durch die Aufnahme Minderjähriger Rekruten nicht nur die seelische Gesundheit von tausenden Jugendlichen, sie gefährdet auch andere Soldatinnen und Soldaten: Was wäre denn, wenn irgendwann einmal ein Siebzehnjähriger Soldat wegen posttraumatischer Belastungsstörung durchdreht, mit der geladenen Waffe in der Hand? Will man einen jugendlichen Private Powler aus Full Metal Jacket wirklich in der Bundeswehr haben? Jugendliche gehören nicht ins Militär, es darf in Deutschland keine Kindersoldaten geben. Das Rekrutierungsalter ist daher, wie vom Kinderrechtsausschuss gefordert, auf 18 Jahre anzuheben und spezielle Werbemaßnahmen für Jugendliche sind der Bundeswehr zu untersagen.

 

VW verantwortlich für 45.000 Jahre Lebensverkürzung

Nijmegen (Niederlande). Eine Studie der Radboud Universität Nijmegen beziffert erstmals den gesundheitlichen Schaden, den der VW-Abgasskandal verursacht hat: Um 45.000 Jahre soll der Betrug des deutschen Automobilherstellers die Leben von Europäern und US-Amerikanern insgesamt verkürzt haben. Der Konzern aus Wolfsburg war im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten, weil manipulierte Software bei Dieselfahrzeugen die Abgas- und Feinstaubwerte bei Messungen beschönigte.

Die Studie „Valuing the human health damage caused by the fraud of Volkswagen“, welche in der Mai-Ausgabe von Environmental Pollution erscheinen wird, bewertet dabei nicht nur die Schäden für die menschliche Gesundheit, sondern zeigt auch auf, dass der Skandal in den USA und Europa voraussichtlich 35 Milliarden Euro Gesundheitskosten verursachen wird.

Sollten die „fehlerhaften“ Fahrzeuge nicht konsequent und zeitnah zurückgerufen werden, so könnten die Leben von US-Amerikanern und Europäern durch diese Fahrzeuge um insgesamt bis zu 119.000 Jahre verkürzt werden. Die Gesundheitskosten wüchsen dann auf bis zu 91 Milliarden Euro an. Europa und vor allem Deutschland seien dabei besonders betroffen, betont Rik Oldenkamp, einer der verantwortlichen Wissenschaftler. Der gesundheitliche Effekt sei in Europa deshalb besonders verheerend, weil hier deutlich mehr manipulierte Fahrzeuge auf enger besiedeltem Raum in Betrieb seien als in den USA.

„When we heard about this scandal, we decided to calculate the impact thoroughly. Although some estimates have been going around, this is, as far as we know, the first scientific paper showing the effects on European health.“ – Rik Oldenkamp

„Als wir von diesem Skandal hörten, entschieden wir uns, den Effekt gründlich zu berechnen. Obwohl schon einige Schätzungen herum gingen, ist dies, soweit wir wissen, die erste wissenschaftliche Arbeit, welche die Effekte auf die europäische Gesundheit zeigt.“ – Eigene Übersetzung

Laut einer Presseerklärung von VW sind Rückrufaktion und Umrüstung der betroffenen Fahrzeuge seit Ende Januar im Gange und sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. Die Erklärung hinterlässt in ihrer Wortwahl, vor allem bei Kenntnis der niederländischen Studie, jedoch einen faden Beigeschmack. „Mit dem Start des Rückrufs machen wir einen großen Schritt nach vorne“, heißt es da zum Beispiel, den Fakt ignorierend, dass man eigentlich nur versucht die eigenen Versprechungen aufzuholen. Zu den Erkenntnissen der niederländischen Universität gibt es aus dem Konzern bisher keine Stellungnahme.

Schickte Nordkorea einen Sateliten ins All?

Seoul. Für Aufregung sorgte in den frühen Morgenstunden ein Raketenstart auf dem Boden des selbsterklärt kommunistischen Staates Nordkorea. Nach nordkoreanischen Regierungsaussagen habe die Langstreckenrakete einen „Beobachtungssatelliten“ ins All geschossen. Berichte über die Rakete überschlugen sich am Morgen, so hieß es zwischenzeitlich, der Start könnte missglückt sein, das Pentagon gab vorsichtshalber schon einmal an, seinen Verbündeten beizustehen und die japanische Regierung befürchtete wohl einen nuklearen Angriff, wenngleich die meisten Experten glauben, dass Nordkorea nicht die Möglichkeit hat, nukleare Sprengköpfe auf Raketen zu montieren. Per UN-Resolution ist es dem isolierten Staat verboten ballistische Raketen einzusetzen.

Erst vor kurzem machte Nordkorea wegen erneuter Atombombentests Schlagzeilen, Sprecher des Regimes behaupteten, es habe sich bei der getesteten Waffe um eine Wasserstoffbombe gehandelt. Diese Angabe wird von den meisten Regierungen bezweifelt. Es handele nur um Provokationen des Diktators Kim Jong Un, lässt das Pentagon mitteilen. Allerdings bestätigte das US-Verteidiungsministerium heute morgen, die Rakete sei zumindest in den Weltraum eingetreten.

Ob die Rakete aber tatsächlich einen Sateliten ins All getragen hat, darf sicher bezweifelt werden. Es ist unwahrscheinlich, dass der isolierte Staat die Technologie für ein ernsthaftes Weltraumprogramm besitzt. Wahrscheinlicher ist, dass es sich bei dem jüngsten Start um einen weiteren Waffentest, und um eine weitere Provokation des „kommunistischen“ Regimes gegen den Westen handelt. Schon früher behauptete Nord Korea, es habe einen „Kommunikationssateliten“ ins All geschossen.

Es wird davon ausgegangen, dass der UN-Sicherheitsrat im Laufe des Tages in einer Sondersitzung zusammenkommt, um den Raketenstart zu diskutieren.

Twitter kapiert Twitter nicht – Kommentar

Berlin. Berichten zufolge will der Kurznachrichtendienst Twitter künftig statt einer umgekehrt chronologischen Sortierung eine „relevanzorientierte“ algorithmische Nachrichtensortierung einführen. Bisher ist unklar, ob es sich dabei nur um eine Option handeln soll, oder um eine Änderung, die für jeden gilt. Weltweit sorgen die Pläne derzeit für Aufregung bei Twitter Nutzern. Zu Recht.

Der Reiz des Kurznachrichtendienstes lag bisher vor allem darin, dass er in der Art, wie Nachrichten angezeigt werden hoch demokratisch war: Der Nutzer kann wählen, welchen anderen Nutzern er folgt und Nachrichten werden ihm umgekehrt chronologisch (die Neuesten zuerst) angezeigt. Man könnte meinen die Leute bei Twitter verstünden ihr eigenes Produkt nicht. Stünde nun irgendein für die meisten Nutzer undurchsichtiger Algorithmus hinter dem Dienst, könnte einerseits Twitter stärker kontrollieren, wer welche Tweets ließt, andererseits werden dadurch wahrscheinlich bekanntere Nutzerkontos gegenüber Unbekannteren bevorzugt, die geplante Änderung stellt daher auch eine Gefahr für die Informationsfreiheit dar.

Ich kann mir allerdings einen einfachen Grund vorstellen, warum diese Änderung eingeführt wird, auch gegen den Widerstand der Nutzer: Twitter will seine Einnahmen verbessern. Nach Einführung eines Algorithmus zur Sortierung der Tweets, kann der Kurznachrichtendienst die obersten Tweets in der Timeline von Usern „verkaufen“, ähnlich wie es Google tut. Sollte die Änderung nur als Alternatives Feature in Kraft treten, so sei dagegen gar nichts zu äußern. Wenn die neue Sortierung jedoch für jeden gleichermaßen verpflichtend in Kraft tritt, so hätte das fatale Folgen für die Informationsfreiheit im Netz und die Twitter-Community.

Auch ich nutze Twitter, einerseits, um mich schnell und effizient über aktuelle Themen zu informieren und andererseits, um meine Inhalte zu publizieren. Ich muss nun also befürchten, dass der Dienst mich nicht nur als Publisher gegenüber Anderen benachteiligt, sondern auch die Informationen beeinflusst, die ich meinem Twitter-Newsfeed entnehme.

Oliver Kalkofe warnt vor Kettenreaktion.

Hamburg. Kabarettist, Komiker und Fernsehkritiker Oliver Kalkofe befürchtet eine mediale Kettenreaktion, die zu schlimmen Ausschreitungen führen könnte. Kalkofe war am Freitag zu Gast bei FernsehkritikTV, der Sendung seines Hamburger „Amtskollegen“, dem Fernsehkritiker Holger Kreymeier. Thema zu Beginn der Sendung war auch die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland. Bei Pegida, AfD und Konsorten denke niemand mehr, man brülle nur noch seine Wut in die Welt, meint Kalkofe.

„Da wird nicht mehr gesprochen, da wird nicht mehr überlegt, es wird einfach nur gebrüllt und raus mit der Wut“* – Oliver Kalkofe über Pegida und Konsorten

In der ohnehin angespannten Situation hält der Kabarettist dieses Verhalten für äußerst gefährlich. Er beschwört ein Schreckensbild herauf: Das Explodieren einer Handgranate in einem Asylbewerberheim oder ein Flüchtling, der bei einer Straftat erwischt wird, könnte Kalkofe zufolge der Zünder einer Kettenreaktion werden, die zu Chaos und unkontrollierbarer Gewalt führen könnte. Das mache ihm Angst, sagt er Kreymeier, man glaubt ihm. Angst ist wohl in gewissem Maße durchaus angebracht, könnten doch Linke und Rechte Radikale, Fundamentalisten und allerlei andere Spinner in manchen Städten problemlos hunderttausende Anhänger versammeln, eine Eskalation der Gewalt könnte dann auf lokaler Basis schnell zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen.

„Das ist gefährlich momentan, weil wir sind glaub ich so an der Kante, dass was schlimmes passieren kann. […] Das macht mir Angst, das macht mir wirklich Angst.“ – Oliver Kalkofe

Kreymeiers Frage, ob auch Terrorangst eine Rolle bei Phänomenen wie Pegida spiele, bejahte Kalkofe ausdrücklich. Im kalten Krieg sei die Angst vor dem Weltuntergang allgegenwärtig gewesen, heute seien die Ängste zwar kleiner, jedoch nicht weniger bedrohlich, es gäbe jedoch viel mehr, das sich zum fürchten eigne. Schließlich könnte bei der angespannten Weltlage durchaus ein viel größerer Krieg ausbrechen als im vergangenen Jahrhundert. Hinzu käme ein kollektives „Nichtverstehen“ und die Erkenntnis, dass man von jedem belogen werde.

„Wir haben so viele Irre überall auf der Welt, da muss man nicht lange suchen, wer das Fass zum überlaufen bringen könnte“ – Oliver Kalkofe zur Lage der Welt

Auch zur AfD befragt Kreymeier seinen Kollegen: „Die AfD liegt ja bei 12% und wäre drittstärkste Kraft, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.“
Kalkofe: „Gott sei dank ist am Sonntag nicht Bundestagswahl.“
Kreymeier: „Ja aber machst du denn auch was um dem entgegenzuwirken? Mattscheiben gegen die AfD?“
Kalkofe: „Ja da hab ich einiges gemacht.“
Kreymeier: „Hat ja aber nichts gebracht bisher, die steigen ja in den Umfragen.“

Das sei ja das Tragische, antwortet auf diesen Kommentar Kalkofe halb verzweifelt lächelnd, er hoffe einfach, dass die AfD noch implodiere und sich aufgrund ihrer „eigenen Blödheit“ selbst zerstöre, es sei ja noch Zeit. Er mag das hoffen, aber man sieht ihm an, dass er es selbst nicht glaubt. Er werde jedenfalls weiter daran arbeiten die Rechten medial zu demaskieren, auch wenn er früher niemals hätte politisch werden wollen. Das ist zwar ein nobles Ansinnen, jedoch nicht ausreichend, um gegen Hetze und Hass der Rechten anzukommen, Medien, Kunst und Politik müssen Hand in Hand kämpfen und vor allem die etablierten Parteien müssen dringend auf argumentativen Konfrontationskurs mit den Rechten gehen. Satire mag die Radikalen zwar demaskieren können, sie kann dem Entlarvten jedoch nichts gegenüberstellen, das ist Aufgabe der Politik.

„Wenn dann immer gesagt wird, warum machst du das denn nicht auch bei den anderen, also zum Beispiel bei Linken oder Grünen. Dann muss man leider eins sagen, die Rechten sind lustiger. Sorry, aber es ist so. Weil sie in ihrer Radikalität so besonders extrem und dadurch so besonders dumm und dadurch so leicht vorführbar sind. Linke und Grüne sind auch Ziele, wenn man etwas lustiges findet. [… ] Da geht es dann eher darum, dass die ihre eigenen Parteien zerstören und mit ihren durchaus guten Ideen zu blöd sind etwas auf die Reihe zu kriegen. […] Bei jeder Partei gibt es etwas zu kritisieren, aber wer am lautesten schreit, der wird eben auch am lautesten ausgelacht.“ – Oliver Kalkofe über das Parodiepotential der Parteien

Neben Gesellschaft und Politik wurden unter anderem Karneval im Fernsehen, das Dschungelcamp, Innovationen im deutschen Fernsehen, Einschaltquotenunfug, „Morgen hör ich auf“ mit Bastian Pastewka, Teleshopping, SchleFaZ, und der Tod von Achim Menzel thematisiert.

„Ich gucke gerne das Dschungelcamp, ich sehe mich ja selbst als Fernsehpolizei, und da kann ich dann sehen wie die Verurteilten in den offenen Vollzug kommen“ – Oliver Kalkofe über das Dschungelcamp“

Insgesamt war die Sendung wahrscheinlich die bisher gelungenste FernsehkritikTV Folge, auf jeden Fall die politischste, immerhin machte der „Polit-Talk“ knapp ein Viertel der Sendung aus. Insbesondere die hohe Aktualität und Relevanz der politischen Themen, hoben die Episode verglichen mit anderen auf eine völlig neue Ebene. Kreymeier lieferte eine solide Interviewleistung ab, die mit seinen früheren Leistungen in diesem Metier kaum zu vergleichen ist, nicht zuletzt, weil einige seiner ersten Interview-Folgen phänomenal unterirdisch waren. Das Abdecken eines abwechslungsreichen thematischen Konvoluts, sowie die rege Beteiligung des Publikums durch Fragen rundeten die Sendung zusätzlich ab, wenngleich sie vielleicht mit mehr Einspielfilmchen noch ein wenig unterhaltsamer gewesen wäre. Gesamtbewertung: Weiter so, mehr davon!

„Achim [Menzel] gehörte zu den tollsten Menschen, die ich je kennengelernt habe“ – Oliver Kalkofe über den verstorbenen Achim Menzel

*Zur besseren Lesbarkeit sind Zitate teiweise gekürzt, sehen Sie die gesamte Folge auf massengeschmack.tv