Umberto Eco: Der Meister des historischen Romans

Milano (Italien). Der Bestseller-Autor und Philosoph Umberto Eco verstarb am Freitag im Alter von 84 Jahren. Bekannt geworden war der italienische Schriftsteller vor allem für seine anspruchsvollen historischen Romane, die neben Elementen klassischer Kriminalgeschichten und Thriller auch immer einen philosophischen Anspruch hatten.

Sein erster erfolgreicher Roman, der Name der Rose, ein vielschichtiges Werk, welches in seinem Kern ein historischer Kriminalroman ist, erschien 1980 im italienischen Original, kurz darauf wurde der Gelehrte eine globale Berühmtheit. Seine Romane zählen zu den meistgelesenen Werken zeitgenössischer Literatur und wurden vielfach ausgezeichnet, seine historischen Romane zählen zu den gleichzeitig erfolgreichsten und von Kritikern meist gefeierten überhaupt.

Als Kolumnist für die links-liberale Wochenzeitschrift L’Espresso, aber auch bei zahlreichen anderen Gelegenheiten, übte der Schriftsteller regelmäßig scharfe Kritik am Berlusconi-Regime, das er als faschistoid bezeichnete.

Es verlässt diese Welt ein großer Gelehrter und Lehrender, der auch bekannt als leidenschaftlicher Ironiker ist, so antwortete er einmal auf die Frage, warum seine Romane so erfolgreich seien trotz ihrer hohen Komplexität, dass er ja auch lieber Bücher lese, die so einfach sind, dass er sofort darüber einschlafen könnte.

Nachruf auf Roger Willemsen

Mit Roger Willemsen verlässt ein Mann die große Bühne, der immer aufrichtig war, ein Mann der anderen in einfachen Worten die Welt erklärte, wie er sie sah und ein Mann dem man gerne dabei zuhörte. Am siebten Februar starb Roger Willemsen infolge schwerer Krankheit. Sein Einsatz für die Redefreiheit, für die demokratische Debatte und für die Notleidenden in den Kriegsgebieten Afghanistans bleiben unvergessen.

Roger Willemsen vereinte einen wachen Geist mit einer schier unfassbaren Beobachtungsgabe, er war Journalist, Intellektueller, Erklärer, Unterhalter, Mahner aber vor allem war er ein aufrichtiger Mensch, der die Demokratie wie kein zweiter liebte. Für sein Buch „Das hohe Haus“ saß er ein ganzes Jahr lang im Bundestag, hoffend ihn möge der Hauch der Demokratie inspirieren. Heraus kam dabei eine Liebeserklärung an den deutschen Parlamentarismus und die konfrontative Debatte.

Und so trinke ich mein letztes Glas Grauburgunder auf dich Roger. Du wirst uns fehlen. Gerade jetzt in diesen stürmischen Zeiten, gerade jetzt wo alles in die Brüche geht. Prost!