House of Cards: Porträt von Präsident Frank Underwood enthüllt.

Washington (USA). Noch bevor am 4. März die vierte Staffel der beklemmenden Polit-Dramaserie „House of Cards“ startet, ehrt die Smithsonian National Portrait Gallery den fiktionalen Präsidenten Francis „Frank“ Underwood mit der Enthüllung eines überlebensgroßen Präsidentenporträts.

Das Gemälde des britischen Künstlers Jonathan Yeo zeigt einen bedrohlich wirkenden Frank Underwood im Oval Office, er blickt den Betrachter direkt, von oben herab, an, eine Hommage an eines der zentralen Elemente der beliebten Serie: Schließlich spricht der machtbesessene Politiker nicht selten den Zuschauer direkt an. Der Bruch vierten Wand wirkt im Gemälde nicht weniger beklemmend als auf dem Fernseher. Das Bild wird ab Mittwoch in der Smithsonian National Portrait Gallery zu sehen sein.

“I think that when it’s hung at the right height, you may wonder if I’m about to kick you in the face — which seems appropriate for this particular character,” – Kevin Spacey über sein Präsidentenporträt

Frank Underwood
Der Schauspieler Kevin Spacey spielt in House of Cards den machthungrigen Politiker Frank Underwood.

Die neue Staffel der Netflix-Serie „House of Cards“, ursprünglich eine der ersten speziell für das Internet produzierten Serien, startet am 4. März und wird sich unter anderem mit dem aktuellen Präsidentschaftswahlkampf beschäftigen. Schon in der vergangenheit wurden aktuelle politische Themen in die Serie eingearbeitet, man darf also gespannt sein auf Referenzen zur realen Politik.

Yoda gegen Rechts: Bernie2016 Edition

Master Yoda knows: Many banky are to big, to mighty. Not only do they buy politicians globally, they also manipulate the free and fair competition to their favour. And if they fail, they tear the global economy into the abyss with them.

„To big to fail“ must never happen again! Feel the Bern!

Yoda gegen Rechts: Furcht ist der Weg zur dunklen Seite

Der zweite Teil der Serie Yoda gegen Rechts:

„Furcht ist der Weg zur dunklen Seite der Macht!,“ Sagte einst Meister Yoda zum jungen Anakin Skywalker. Er sollte Recht behalten. Furcht ist stets ein schlechter Ratgeber, so führte die Angst den jungen Anakin schließlich in die Arme von Imperator Palpatin und so führt die Angst  heute tausende „besorgte Bürger“ in die Arme von Pegida, AfD und Konsorten.

„Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass und Hass führt zu unsäglichem Leid.“ – Meister Yoda, Großmeister des Ordens der Jedi

#yodagegenrechts

Yoda gegen Rechts: Ist die dunkle Seite stärker?

Vor langer Zeit in einer weit entfernten Galaxis…

Während seiner Ausbildung zum Jedi fragt der junge Luke Skywalker Meister Yoda, ob die dunkle Seite der Macht stärker ist. Traurig sieht ihn der alte Jedi-Meister an und erklärt: „Nein… Nein… Nein… Schneller, leichter, verführerischer…“ Der Junge hat noch viel zu lernen.

Lasst uns also eines nicht vergessen, wenn wir uns mit PEGIDA, AfD und Konsorten beschäftigen: Der Weg der Rechten mag der schnellere, der leichtere, der verführerische Weg sein, aber er ist auch der Weg der dunklen Seite…

#yodagegenrechts

Commander In Chief

Diary of Donald Trump (Huge Commander) – My first week in office.

First Day in Office: Today I became President. Yay! I made Ben Carson vice-president. He is a nice guy, ‚though he is black. I like my new office, but I think I will redecorate. I don’t like the style.

Second Day in Office: I think I must pay myself for the great Trump wall. I called the Mexicans, and they don’t want to. Losers!

Third Day in Office: I Wrote an executive order to deport Rosie O’Donnell to Canada. I hope she gets eaten by an Ice-bear. She is ugly. Mr. Putin came over for dinner. He is a nice guy, not like these Chinese People, they are annoying. I like his style.

Fourth Day in Office: Dear Diary, today I met Liz, the queen of some European island-state. She was very old and I could barely understand her. She should really learn English before she talks to the Donald. All in all she was a nice lady, not like the lightweight O’Donnell. She reminded me of my granny, but her clothes were very outdated.

Fifth Day in Office: Those Chinese are annoying me to death, the Mexicans too. Losers. I think I might declare War on them.

Sixth Day in Office: I found some old nukes in the cellar. They are huge. I am thinking about using them I am the war against China and Mexico

Seventh Day in Office: Oooops…

Oliver Kalkofe warnt vor Kettenreaktion.

Hamburg. Kabarettist, Komiker und Fernsehkritiker Oliver Kalkofe befürchtet eine mediale Kettenreaktion, die zu schlimmen Ausschreitungen führen könnte. Kalkofe war am Freitag zu Gast bei FernsehkritikTV, der Sendung seines Hamburger „Amtskollegen“, dem Fernsehkritiker Holger Kreymeier. Thema zu Beginn der Sendung war auch die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland. Bei Pegida, AfD und Konsorten denke niemand mehr, man brülle nur noch seine Wut in die Welt, meint Kalkofe.

„Da wird nicht mehr gesprochen, da wird nicht mehr überlegt, es wird einfach nur gebrüllt und raus mit der Wut“* – Oliver Kalkofe über Pegida und Konsorten

In der ohnehin angespannten Situation hält der Kabarettist dieses Verhalten für äußerst gefährlich. Er beschwört ein Schreckensbild herauf: Das Explodieren einer Handgranate in einem Asylbewerberheim oder ein Flüchtling, der bei einer Straftat erwischt wird, könnte Kalkofe zufolge der Zünder einer Kettenreaktion werden, die zu Chaos und unkontrollierbarer Gewalt führen könnte. Das mache ihm Angst, sagt er Kreymeier, man glaubt ihm. Angst ist wohl in gewissem Maße durchaus angebracht, könnten doch Linke und Rechte Radikale, Fundamentalisten und allerlei andere Spinner in manchen Städten problemlos hunderttausende Anhänger versammeln, eine Eskalation der Gewalt könnte dann auf lokaler Basis schnell zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen.

„Das ist gefährlich momentan, weil wir sind glaub ich so an der Kante, dass was schlimmes passieren kann. […] Das macht mir Angst, das macht mir wirklich Angst.“ – Oliver Kalkofe

Kreymeiers Frage, ob auch Terrorangst eine Rolle bei Phänomenen wie Pegida spiele, bejahte Kalkofe ausdrücklich. Im kalten Krieg sei die Angst vor dem Weltuntergang allgegenwärtig gewesen, heute seien die Ängste zwar kleiner, jedoch nicht weniger bedrohlich, es gäbe jedoch viel mehr, das sich zum fürchten eigne. Schließlich könnte bei der angespannten Weltlage durchaus ein viel größerer Krieg ausbrechen als im vergangenen Jahrhundert. Hinzu käme ein kollektives „Nichtverstehen“ und die Erkenntnis, dass man von jedem belogen werde.

„Wir haben so viele Irre überall auf der Welt, da muss man nicht lange suchen, wer das Fass zum überlaufen bringen könnte“ – Oliver Kalkofe zur Lage der Welt

Auch zur AfD befragt Kreymeier seinen Kollegen: „Die AfD liegt ja bei 12% und wäre drittstärkste Kraft, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.“
Kalkofe: „Gott sei dank ist am Sonntag nicht Bundestagswahl.“
Kreymeier: „Ja aber machst du denn auch was um dem entgegenzuwirken? Mattscheiben gegen die AfD?“
Kalkofe: „Ja da hab ich einiges gemacht.“
Kreymeier: „Hat ja aber nichts gebracht bisher, die steigen ja in den Umfragen.“

Das sei ja das Tragische, antwortet auf diesen Kommentar Kalkofe halb verzweifelt lächelnd, er hoffe einfach, dass die AfD noch implodiere und sich aufgrund ihrer „eigenen Blödheit“ selbst zerstöre, es sei ja noch Zeit. Er mag das hoffen, aber man sieht ihm an, dass er es selbst nicht glaubt. Er werde jedenfalls weiter daran arbeiten die Rechten medial zu demaskieren, auch wenn er früher niemals hätte politisch werden wollen. Das ist zwar ein nobles Ansinnen, jedoch nicht ausreichend, um gegen Hetze und Hass der Rechten anzukommen, Medien, Kunst und Politik müssen Hand in Hand kämpfen und vor allem die etablierten Parteien müssen dringend auf argumentativen Konfrontationskurs mit den Rechten gehen. Satire mag die Radikalen zwar demaskieren können, sie kann dem Entlarvten jedoch nichts gegenüberstellen, das ist Aufgabe der Politik.

„Wenn dann immer gesagt wird, warum machst du das denn nicht auch bei den anderen, also zum Beispiel bei Linken oder Grünen. Dann muss man leider eins sagen, die Rechten sind lustiger. Sorry, aber es ist so. Weil sie in ihrer Radikalität so besonders extrem und dadurch so besonders dumm und dadurch so leicht vorführbar sind. Linke und Grüne sind auch Ziele, wenn man etwas lustiges findet. [… ] Da geht es dann eher darum, dass die ihre eigenen Parteien zerstören und mit ihren durchaus guten Ideen zu blöd sind etwas auf die Reihe zu kriegen. […] Bei jeder Partei gibt es etwas zu kritisieren, aber wer am lautesten schreit, der wird eben auch am lautesten ausgelacht.“ – Oliver Kalkofe über das Parodiepotential der Parteien

Neben Gesellschaft und Politik wurden unter anderem Karneval im Fernsehen, das Dschungelcamp, Innovationen im deutschen Fernsehen, Einschaltquotenunfug, „Morgen hör ich auf“ mit Bastian Pastewka, Teleshopping, SchleFaZ, und der Tod von Achim Menzel thematisiert.

„Ich gucke gerne das Dschungelcamp, ich sehe mich ja selbst als Fernsehpolizei, und da kann ich dann sehen wie die Verurteilten in den offenen Vollzug kommen“ – Oliver Kalkofe über das Dschungelcamp“

Insgesamt war die Sendung wahrscheinlich die bisher gelungenste FernsehkritikTV Folge, auf jeden Fall die politischste, immerhin machte der „Polit-Talk“ knapp ein Viertel der Sendung aus. Insbesondere die hohe Aktualität und Relevanz der politischen Themen, hoben die Episode verglichen mit anderen auf eine völlig neue Ebene. Kreymeier lieferte eine solide Interviewleistung ab, die mit seinen früheren Leistungen in diesem Metier kaum zu vergleichen ist, nicht zuletzt, weil einige seiner ersten Interview-Folgen phänomenal unterirdisch waren. Das Abdecken eines abwechslungsreichen thematischen Konvoluts, sowie die rege Beteiligung des Publikums durch Fragen rundeten die Sendung zusätzlich ab, wenngleich sie vielleicht mit mehr Einspielfilmchen noch ein wenig unterhaltsamer gewesen wäre. Gesamtbewertung: Weiter so, mehr davon!

„Achim [Menzel] gehörte zu den tollsten Menschen, die ich je kennengelernt habe“ – Oliver Kalkofe über den verstorbenen Achim Menzel

*Zur besseren Lesbarkeit sind Zitate teiweise gekürzt, sehen Sie die gesamte Folge auf massengeschmack.tv