Papst Franziskus warnt vor Rechtspopulisten: „Das Urteilsvermögen funktioniert in Krisenzeiten nicht.“

Rom/Vatikanstadt (Italien). Das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus, warnt vor einem weiteren Erstarken des Rechtspopulismus und zieht dabei Parallelen zum Aufstieg der Nationalsozialisten in den 20ern und 30ern des vorigen Jahrhunderts.

In einem Interview mit verschiedenen europäischen Zeitungen erklärte der Pontifex, dass es nur natürlich sei, in Krisenzeiten „Ängste und Sorgen“ zu haben. Die Menschen suchten dann Heilsbringer, die ihnen ihre Identität wiedergeben, so Franziskus.

Die Situation erinnere ihn an 1933: „Hitler hat nicht die Macht geklaut. Er wurde von seinem Volk gewählt und danach hat er sein Volk zerstört“, sagte der Papst und fügte hinzu: „Darin liegt die Gefahr. Das Urteilsvermögen funktioniert in Krisenzeiten nicht.“ Gerade in schwierigen Zeiten sei es deshalb essentiell, im Dialog – auch und vor allem zwischen den Völkern – zu bleiben.

Vor diesem Hintergrund warnte der Papst vor Abschottung: „Wir schützen uns mit Mauern und Stacheldraht vor den anderen Völkern, die uns unsere Identität nehmen könnten.“ Jedes Land habe zwar das Recht, seine Grenzen zu kontrollieren – insbesondere wenn dieses Land von Terrorismus und anderen Gefahren bedroht sei. Kein Land habe jedoch das Recht, seinen Bürgern „den Dialog mit den Nachbarn zu verwehren.“

Der Papst gab das Interview während der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Auf die Frage, was er von ihm halte, antwortete Franziskus, man werde sehen, was er als US-Präsident tue. „Dann werde ich mir meine Meinung bilden“, sagte er. „Gott hat doch bei all meinen Sünden so lange auf mich gewartet.“

Das Thema „Völkerverständigung“ zieht sich allerdings bereits von Anfang an durch Franziskus Pontifikat. So hatte er bei einem Besuch in den USA im vergangenen Jahr die Rhetorik Trumps scharf verurteilt. Ein guter Christ, so Franziskus vor dem Hintergrund, dass die republikanische zutiefst christlich geprägt ist, baue keine Mauern, sondern Brücken. Er bezog sich damit auf das Wahlkampfversprechen Trumps, eine Mauer an der mexikanischen Grenze zu errichten.


Anmerkung der Redaktion: Wir mögen nicht die besten Christen – oder die größten Fans religiöser Institutionen sein -, aber wann immer jemand zur Völkerverständigung aufruft, sollte man ihm zuhören, wann immer jemand Brücken statt Mauern bauen will, kann das helfen. Wenn derjenige der Papst ist, weshalb man ihm eher zuhört, soll es uns auch recht sein.

Advertisements

Der Zuhälter-Papst aus Italien – Priester sind eben auch nur Männer.

 Padua (Italien). Die italienische Polizei ermittelt derzeit gegen einen katholischen Priester, der offenbar die Räumlichkeiten seiner Kirche in Padua verwendete, um dort Orgien zu veranstalten. Mit bis zu 15 Frauen soll der 48-jährige Andrea Conti sein Zölibat gebrochen und Pornofilme gedreht haben. Einige der Damen soll er sogar für Geld anderen Männern seiner Kirchengemeinde angeboten haben. Priester und Zuhälter, verträgt sich das?

Gegen den „Berufsethos“ katholischer Geistlicher jedenfalls dürfte der „Zuhälter-Papst“ allemal verstoßen, außerdem wird von polizeilicher Seite wegen „unmoralischen Gelderwerbs“ und „psychischer Gewalt“ gegen Conti ermittelt, so die britische Zeitung „The Times“. Eine dementsprechend ernste Geschichte steckt daher hinter der Schlagzeile, eine Geschichte von Machtmissbrauch und sexuellem Zwang.

Der Skandal wurde öffentlich, als sich drei Frauen bei der örtlichen Polizei über ihren Gemeindepfarrer beschwerten. Bei der anschließenden Durchsuchung des Gemeindegeländes stießen die Beamten – zu ihrer großen Überraschung – auf große Mengen Sex-Spielzeug und pornographische Aufnahmen, welche laut „Times“-Bericht die Orgien des Geistlichen zeigen. Ein weiteres Sakrileg beging Conti dabei, indem er offenbar seinen Sex-Tapes die Namen verstorbener Päpste gab.

Der italienischen Zeitung „Il Mattino“ zufolge sollen die Orgien regelmäßig alle zwei Wochen stattgefunden haben. Eine 49-jährige Frau, die zu den Konkubinen des Priesters gehört haben will sagte zudem aus: „Es geschah im Pfarrhaus, und zwar zu jeder Zeit. Morgens, nachmittags, nachts, immer.“

Orgien im Pfarrhaus sind allerdings nicht illegal – so unmoralisch sie aus kirchlicher Sicht auch sein mögen. Anders sieht es da – zumindest in Italien – mit Prostitution aus, insbesondere, wenn sie, wie die Zeuginnen aussagten unter psychischem Druck erfolgt. Derzeit gehen die Ermittlungsbehörden dem Verdacht nach, dass der Geistliche Männer in seine Kirche einlud und sie gegen eine Gebühr mit den Frauen schlafen ließ. Sein Klientel soll er über Websites gefunden haben, auf denen Frauen „ausgetauscht“ werden.

Parallel ermitteln laut „Il Mattino“ die Kirchenbehörden gegen Pfarrer Conti, gegen den schon im vergangenen Sommer Beschwerden beim zuständigen Bischof eingegangen waren. Einmal mehr hielt es allerdings die katholische Kirche im Fall Andrea Conti nicht für nötig einen ihrer Priester, der unter dem Verdacht steht eine Sexualstraftat – Nötigung zur Prostitution – begangen zu haben, bei der Polizei zu melden. Dieses Muster scheint sich ununterbrochen durch die Geschichte aller Sexualskandale der Kirche zu ziehen.

Solange zugelassen wird, dass die Kirchen in europäischen Ländern staatsähnliche Machtstrukturen unterhalten, wird es immer wieder zu solchen Fällen kommen, in denen sogenannte Kirchenbehörden der Öffentlichkeit, beziehungsweise den ermittelnden (staatlichen) Stellen, Informationen vorenthalten, um Kriminalermittlungen gegen Priester und Kirchenmitarbeiter zu verhindern.

Was für ein Frauenbild muss übrigens ein Bischof haben, der es nicht der Polizei meldet, wenn ihm eine Frau erzählt, sie sei mit psychischem Druck dazu genötigt worden, sich zu prostituieren? Der Islam mag ein Problem mit dem Frauenbild haben, aber ganz offensichtlich hat das die katholische Kirche auch.

Kirchen Erzielen Rekordeinnahmen – Zeit mal über die Kirchensteuer nachzudenken.

Die christlichen Kirchen in Deutschland haben im vergangenen Jahr offenbar Rekordeinkünfte erzielt. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes erreichten die Kirchensteuereinnahmen 2015 trotz deutlich sinkender Mitgliederzahlen mit rund 11,5 Milliarden Euro einen neuen Rekord.

Den Angaben des Statistischen Bundesamtes folgend, nahm die katholischen Kirche rund 6,1 Milliarden Euro ein, die evangelische Kirche erhielt über 5,4 Milliarden Euro. Das entspricht Mehreinnahmen von 690 Millionen Euro. Der Hauptgrund für den Einnahmerekord liegt in der guten Entwicklung der Löhne, wodurch auch mehr Kirchensteuer gezahlt werden musste.

Zeit also, sich wieder einmal Gedanken über die Kirchensteuer zu machen: Wie kann es eigentlich sein, dass in einem angeblich säkularen demokratischen Land noch immer der Staat die Einnahmen der Kirchen übernimmt? Die Kirchen dürften in Deutschland die einzigen Wirtschaftssubjekte darstellen, denen tatsächlich ein bedingungsloses Grundeinkommen zuteil wird, denn prinzipiell müssten sie nichts für diesen Geldsegen tun. Die Transferleistungen an die „Staatskirchen“ gehen aber über die reine Kirchensteuer weit hinaus: Hinzu kommen noch die Gehälter zahlreicher Kirchenangestellten, die aus öffentlichen Haushalten bezahlt werden, Zuschüsse zur Denkmal- und Kulturpflege sowie jährlich insgesamt 480 Millionen Euro als „Entschädigung für die Enteignung der Kirchen im Zuge der napoleonischen Kriege“.

Weiterhin gehen dem Staat jährlich große Summen (im Jahr 2014 etwa 3,38 Milliarden Euro, was faszinierenderweise sehr genau den Kosten der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 entsprach) dadurch verloren, dass die Kirchensteuer zusätzlich von der Einkommenssteuer absetzbar ist (was schon als Konzept abstrus ist).

Die Frage, inwieweit diese Zahlungen an bestimmte Amtskirchen gerechtfertigt sind, ist untrennbar verbunden mit der Frage, was staatliche Aufgaben in einem säkularen Staatssystem sind. Erfüllen Kirchen bestimmte Aufgaben für den Staat, so haben sie ein Recht auf Gelder aus Bundeshaushalten, die Entscheidung über eine zweckgebundene Verteilung müsste dann jedoch bei der Legislative liegen. Käme man hingegen zum Schluss, dass Kirchen keine staatlichen Aufgaben erfüllen, so hätten diese auch kein Recht Steuern einzuziehen. Es ist unsere Überzeugung, dass die Kirchensteuer eine antisäkulare Einrichtung und damit einer modernen Demokratie unwürdig ist, es ist deshalb Zeit, sie durch ein zeitgemäßeres System zu ersetzen.

Wir haben mal ein grobes Konzept eines Vorschlags vorbereitet.

Papst Franziskus setzt Zeichen gegen Kindesmissbrauch

Vatikanstadt. Nach dem Willen von Papst Franziskus sollen künftig Bischöfe, welche versuchen Missbrauchsfälle zu vertuschen, aus ihrem Amt entfernt werden. Der Pontifex erließ am Samstag ein entsprechendes Gesetz, gemäß welchem Bischöfe verantwortlich gemacht werden können, wenn sie ihren Pflichten nicht nachkämen. Die Kirche habe eine besondere Verpflichtung gegenüber den Schwächsten ihrer Mitglieder, so Franziskus.

In den vergangenen Jahren umgaben die katholische Kirche zahlreiche Fälle von Kindesmissbrauch, nicht selten wurde auch Bischöfen vorgeworfen diese verschleiern zu wollen, indem verdächtige Priester und Kirchenmitarbeiter von Gemeinde zu Gemeinde versetzt wurden, statt sie den Ermittlungsbehörden zu melden. Mit der am Samstag veröffentlichten Schrift geht der Papst auf die Forderungen zahlreicher Opferverbände ein, die schon lange verlangen Bischöfe für derartige Pflichtverletzungen zur Verantwortung zu ziehen.

Schon in der Vergangenheit hatte Franziskus die Notwendigkeit geäußert in Fällen von Kindesmissbrauch eng mit den jeweiligen Ermittlungsbehörden zu kooperieren. Die Kirche müsse ihre jüngsten Mitglieder besser schützen und Missbrauchstäter seien hart zu bestrafen.