Einziger Mordzeuge: Ein Papagei

Township Ensley (Michigan, USA). Es ist eine Geschichte wie aus einem Kriminalroman: Ein Mann wurde erschossen, seine Frau liegt mit einer schweren Schussverletzung am Kopf reglos aber lebendig in der Küche, der einzige Zeuge des blutigen Verbrechens ist der Graupapagei des Paares. Und hier würde die Geschichte auch schon enden, hätten nicht Graupapageien einen gewissen Hang zum Mimikry. Tatsächlich kann der Papagei des Ermordeten sprechen und wiederholt seit der Bluttat im vergangenen Frühjahr immer wieder aufgeregt den Satz „Don’t fucking shoot!“ (Verfickt, nicht schießen!).

Mordszene in der Township Ensley.
Mordszene in der Township Ensley in Michigan.

Die Eltern des Ermordeten wollen nun, dass die Polizei auch den Papagei vernimmt. Sie seien frustriert, dass nach über einem Jahr bisher niemand festgenommen worden sei und gingen davon aus, dass der Papagei, der dazu neige alles in seiner Umgebung zu wiederholen, den Mord beobachtet habe. Sie gehen davon aus, dass der Satz „Don’t fucking shoot!“ einer der letzten Sätze ihres Sohnes war. Unter Umständen könne der Vogel noch weitere Details aus den letzten Minuten seines Besitzers wiedergeben, um die Ermittler auf die richtige Spur zu bringen.

Bisher habe man den Vogel nicht in die Ermittlungen einbezogen, erklärte der zuständige Staatsanwalt Robert Springstead. Ihm sei das Video, dass zeigt, wie der Vogel den Satz spricht, nicht bekannt.

Graupapageien zählen zu den intelligentesten Vogelarten, sie neigen zur Nachahmung ihrer Umgebung.
Graupapageien zählen zu den intelligentesten Vogelarten, sie neigen zur Nachahmung ihrer Umgebung. So wurden in der Wildnis Exemplare beobachtet, die Raubkatzengebrüll imitierten, um Fressfeinde zu vertreiben.

Gemäß eines vorläufigen Ermittlungsberichts gehen die Behörden derzeit von der Frau als Täterin aus, diese habe wahrscheinlich einen erweiterten Suizid vornehmen wollen, sei aber gescheitert, als sie versuchte sich das Leben zu nehmen. Die Verdächtige leugnet allerdings bisher, ihren Mann umgebracht zu haben.“Ich weiß sicher, dass ich meinen Mann nicht ermordet habe,“ wird sie im Polizeibericht zitiert.

Vielleicht könnte das kluge Haustier ja tatsächlich bei den Ermittlungen helfen? Papageien-Experten halten dies für unwahrscheinlich, wollen aber nicht ausschließen, dass der Papagei Reize nachahmt, die in einer Stresssituation (wie der Ermordung des Herrchens) auftraten. So ernst also die Geschichte ist, so sehr dürfen wir hoffen eventuell demnächst die Aussage eines Graupapageis als Beweismittel in einem amerikanischen Gerichtssaal zu hören.

Migranten sind nicht krimineller als Deutsche

Halle. Thomas Bliesener, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, stellt klar, dass Migranten statistisch nicht signifikant häufiger kriminell werden als Deutsche. Die Kriminalstatistik widerlege jegliche Aussage, Migranten seien deutlich häufiger kriminell als Deutsche, sagte der Kriminalwissenschaftler am Mittwoch der in Halle erscheinenden „mitteldeutschen Zeitung“. Zwar würden Migranten geringfügig häufiger auffällig, jedoch seien dabei Unterschiede in Demographie und Sozialstruktur zu berücksichtigen.

„Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass sie sich in ihrer Sozialstruktur und in ihrer demografischen Struktur von einheimischen Deutschen unterscheiden. Migranten sind [statistisch] jünger und auch eher männlich. Und wir wissen, dass gerade junge Männer die Hauptgruppe bei den Delinquenten sind, auch unter Deutschen. Wenn Straftaten begangen werden, sind es mit großer Wahrscheinlichkeit junge Menschen. Und wenn Gewaltstraftaten begangen werden, sind es mit großer Wahrscheinlichkeit männliche junge Menschen. Wenn man das rausrechnet, sind die Werte identisch.“

Setzt man also die Kriminalitätsrate in Relation zum Anteil an jungen Männern in beiden Bevölkerungsgruppen, so ergibt sich ein identischer Wert sowohl für Deutsche als auch für Migranten, eine statistische Berechnung, die so bisher nicht angestellt wurde, aber warum nicht? Auch dazu liefert Thomas Bliesener, wenn auch ungewollt, eine Antwort:

„Migranten werden eben als Fremde und damit oft argwöhnisch wahrgenommen. Da guckt man mit weniger Wohlwollen hin. Informationen, die diesen Eindruck bestärken, werden bereitwilliger aufgenommen.“

Ein weiteres Problem sieht der Wissenschaftler in der politischen Instrumentalisierung bis hin zur Übertreibung oder Erfindung von Straftaten aus dem Migrationsmileu. Er betonte zwar, dass nicht „allein Heilige zu uns kommen“, verurteilte aber das Verbreiten von Gerüchten scharf und mahnte, man müsse „sachlich und wahrhaftig“ bleiben.

Vielen Rechten dürften die Aussagen des Kriminologen nicht gefallen, weshalb sie im Mainstream-Diskurs eher nicht auftauchen werden, das macht sie aber nicht weniger zutreffend und wichtig: Nur wer mit realen Statisken argumentieren kann, kann in dieser Debatte ernst genommen werden. Für die Rechten bedeutet das: Erkennt die Fakten endlich an und schweigt! Für die Linken dagegen bedeutet es endlich anzuerkennen, dass Opfer eben auch Täter werden können, und erlittenes Unrecht eben nich zugefügtes Unrecht ausgleicht.