US-Präsidentschaftswahl: Sanders holt auf

New York (USA). Senator Bernie Sanders verringert im Kampf um die demokratische Präsidentschaftsnominierung den Abstand zur ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton beachtlich, Experten sprechen von einem Kopf an Kopf Rennen. Zu Jahresbeginn hatte Clinton als klare Favoritin bei Umfragen noch doppelt so viele Stimmen wie der progressive Senator aus Vermont. Mittlerweile liegt sie mit 48% zu 45% der Stimmen in der jüngsten repräsentativen Umfrage, an der 512 demokratische Wähler teilnahmen, nurmehr 3% vor Bernie Sanders. Von einer klaren Favoritin kann nicht mehr die Rede sein. Die Ipsos-Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur Reuters wurde unmittelbar nach der Vorwahl in Iowa (Iowa Caucus) durchgeführt.

Die Umfrage zeigte außerdem deutlich, dass Bernie Sanders bei konservativen Demokraten zwar schlechter abschneidet, bei jungen Wählern (18-30Jahre) jedoch doppelt so viele Stimmen erhält wie seine Rivalin. Er hat jedoch noch immer ein Bekanntheitsproblem, so gaben etwa 40% der unabhängigen Wähler und 25% der Demokraten an, den Senator aus Vermont nicht zu kennen, während Hillary Clinton einen Bekanntheitsgrad von nahezu 100% hatte.

Rechnerisch ist dies ein Vorteil für Bernie Sanders, zumindest wenn es seiner Kampagne weiterhin gelingt seinen Bekanntheitsgrad zu verbessern. Die Überlegung ist dabei Folgende: 100% der potentiellen Wähler kennen Hillary Clinton, 75% kennen auch Bernie Sanders, den Unterschied könnten nun die 25% der Demokraten ausmachen, die bisher keine Alternative zu Hillary kennen. Die Menge der Befragten ist also aufzuteilen in Befragte, die Sanders kannten (384) und in Befragte, die ihn nicht kannten (128). Von den 384 Umfrageteilnehmern, die Sanders kannten, stimmten 230 (45% von 512) für ihn. Wenn nun davon ausgegangen werden kann, dass die Umfrage repräsentativ war, so kann man folgern, das 45% der demokratischen Wähler, die mit Sanders und seinen Positionen vertraut sind, ihn momentan auch wählen würden, also würden ihn von den 128 Umfrageteilnehmern, die ihn nicht kannten, ebenfalls 45% (57) wählen, wenn sie ihn kennen lernen. Daraus ergibt sich eine absolute Stimmenzahl von 287 für Senator Sanders, was einer Quote von 56,13% entspricht. Damit läge Bernie Sanders gute 10% vor Hillary Clinton. Natürlich kann man aufgrund von statistischen Abweichungen eine solche Aussage nicht so exakt treffen, dennoch ist die Erkenntnis, Bernie Sanders könnte Gewinnen, wenn er nur seine Bekanntheit steigert, faszinierend.

Dabei dürfte ihm auch die jüngste demokratische Debatte in New Hampshire helfen, in Umfragen, wer diese „gewonnen“ habe, liegt der Senator meist vor Hillary. Journalisten sind sich jedoch uneinig, so ging der Sieg abhängig davon, welche Zeitung man ließt, an die ehemalige First Lady oder an Bernie, teilweise hatte man sogar das Gefühl, man lese den gleichen Bericht zweimal mit vertauschten Namen.

unterschiedliche Sichtweisen
Medien können sich nicht einigen, wer die Debatte gewonnen hat.
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