Seltenste Großkatze der Welt in England geboren – im Doppelpack.

London (Großbritannien). Ein englischer Tiergarten verkündete eine kleine Sensation: Die Geburt zweier – vom Aussterben bedrohten – Amurleoparden.

Amurleoparden, eine Unterart der Leoparden, sind die seltensten Großkatzen der Welt, zwischenzeitlich waren sie fast ausgestorben – nur noch rund zwei Dutzend dieser majestätischen Raubkatzen streiften durch Russland, außerhalb  waren sie vollständig verschwunden. Zwar konnte sich der Bestand durch massive Schutzmaßnahmen einigermaßen erholen, und mittlerweile leben in freier Wildbahn wieder knapp 60 Amurleoparden in Russland neben etwa 12-15 in Nordchina, die Raubkatzen sich aber weiterhin akut vom Aussterben bedroht. Außerdem gibt es weltweit rund 170 Tiere, die in zoologischen Gärten leben – und die Basis eines ehrgeizigen Nachzuchtprogramms sind._76457245_leopardDiese Woche zeigte nun der Twycross Zoo in Leicestershire in Mittelengland die ersten Bilder zweier fünf Wochen alter – und durchaus als niedlich zu bezeichnender – Jungtiere. Die kleinen Großkatzen, die wie alle Katzen Nestflüchter sind, erkunden mittlerweile den Bereich außerhalb ihres Verstecks, wobei sie von Besuchern via Webcam beobachtet werden können – ein großer Bildschirm befindet sich außerhalb des Leopardengeheges.

Die noch unbenannten Jungtiere sind der zweite Zwillingswurf, der dem ansässigen Leopardenpaar Kristen und Davidoff geboren wurde. Der erste kam 2014. Die Mitarbeiter des Zoos hoffen, dass die beiden neuen Jungtiere und ihre älteren Geschwister, die mittlerweile in andere Tiergärten überstellt wurden, zur Erhaltung der Art beitragen können. Amurleoparden2016 TwycrossSo erklärte Dr. Charlotte Macdonald, Biowissenschaftlerin im Zoo, die Geburt der beiden sei eine „fantastische Nachricht“ für die gesamte Spezies. Ein Problem stellt jedoch – wie bei allen akut bedrohten Tierarten – die schmale Basis des Genpools dar: Alle in Gefangenschaft lebenden Amurleoparden gehen auf nur neun Männchen zurück, wobei die genaue Unterartbestimmung bei einem der Tiere angezweifelt wird.

Einsamer Jaguar gesichtet

Washington (USA). Erstmals ist es gelungen einen in den USA in Freiheit lebenden Jaguar zu filmen. Innerhalb der vergangenen 20 Jahre wurden Berichten zufolge nur vier oder fünf Tiere im Süden der USA gesichtet. Bis vor circa 150 Jahren waren Jaguare noch im gesamten Süden der USA beheimatet, dann verschwanden sie jedoch aufgrund von Lebensraumverlust und intensive Bejagung durch Viehzüchter.

Der nunmehr erste gefilmte Jaguar ist männlich, etwa sieben Jahre alt, seit etwa drei Jahren un den Bergen von Arizona beheimatet und wurde von den Tierschützern des Centre for Biological Diversity (CfBD) „El Jefe“, der Boss, getauft. Mit der Veröffentlichung des Videos sollen Amerikaner für die Belange der wiederentdeckten Großkatzenart sensibilisiert werden. „Viele Menschen haben keine Ahnung, dass wir Jaguare in den vereinigten Staaten haben, oder dass diese hier hergehören,“ meint Randy Serraglio vom CfBD in Arizona. Er betont außerdem, dass der Lebensraum des Raubkaters durch eine geplante Kupfermine akut bedroht ist, auch deshalb sollte das Video wohl jetzt veröffentlicht werden, um wenigstens ein paar Menschen aufzurütteln.

Bleibt dem einsamen Kater noch zu wünschen, dass er irgendwann einer ebenso einsamen Jaguar-Katze begegnet, und dass den Jaguaren in den USA nicht das selbe Schicksal zuteil wird wie den Wölfen in Deutschland: Nachdem der Wolf in Deutschland ausgerottet wurde, siedelten sich im Osten der Republik gegen Ende des vorherigen Jahrhunderts schließlich wieder kleinere Bestände an, welche sich langsam ausbreiten. Allerdings werden die gefährdeten Tiere selten irgendwo willkommen geheißen, viele Landwirte bangen hierzulande meist unbegründet um ihr Vieh. Hoffentlich sind also die Amerikaner ihren Rückkehrern gegenüber freundlicher als die Deutschen.