Nordseebad erlässt neue Kleiderordnung gegen atomare Aufrüstung: Bikiniverbot.

Hannover. Deutsches Nordseebad verbietet Baden im Bikini, weil hierdurch Atomkriege verharmlost und nukleare Aufrüstung propagiert würde.

Die Verwaltung der ostfriesischen Stadt Norden, zu der auch das bei Touristen beliebte Nordseebad Norddeich mit seinem weitläufigen Strand gehört, reagiert auf die mutmaßlich zunehmende Bedrohung durch Atomwaffen, indem sie per Dekret ein Bikini-Verbot erlässt, das sagte Bürgermeisterin Barbara Schlag von der Partei Zukunftsorientierter Bürger am Freitagnachmittag gegenüber der „Bildzeitung“.

„In einer Zeit, da sowohl Russland, als auch die Vereinigten Staaten ihre nuklearen Arsenale wieder aufrüsten, ist es unseren Badegästen nicht zuzumuten alltäglich an die amerikanischen Kernwaffentests im Pazifik erinnert zu werden,“ Erklärte die Bürgermeisterin gegenüber der „Bildzeitung“. Das Tragen von Bikinis gefährde daher die öffentliche Ordnung, wenn täglich hunderte von Frauen mit der Wahl ihrer Bademode in der niedersächsischen 25.000 Einwohner Stadt nukleare Aufrüstung propagierten. „Wir müssen das auch pragmatisch sehen, wir haben immer mehr japanische Urlaubsgäste, die dadurch an die Ereignisse vor 71 Jahren erinnert werden. Da müssen wir schon ein wenig kulturelle Sensibilität zeigen, wir leben hier schließlich vom Tourismus.“ Schlag spielt dabei auf den Abwurf zweier Atombomben auf die Japanischen Großstädte Hiroshima und Nagasaki durch die amerikanische Luftwaffe an.

„Deshalb habe ich mich entschlossen per Dekret das Tragen von Bikinis an allen öffentlichen Stränden sowie in allen Frei- und Hallenbädern der Stadt Norden zu untersagen. Schwimmerinnen dürfen aber natürlich weiterhin im klassischen Badeanzug, voll bekleidet oder an unserem FKK Strand unbekleidet in der Nordsee baden.“

Hintergrund: Der sogenannte Bikini, ein zweiteiliger, sehr knapper Badeanzug, wurde nach dem Bikini-Atoll, einer Inselgruppe im Pazifik benannt. In diesem Areal waren in den 40er- und 50er-Jahren unzählige Kernwaffentests durchgeführt worden. Derzeit modernisieren die beiden größten Nuklearmächte – die USA und die Russische Föderation – massiv ihre Kernwaffenarsenale. Grünenpolitiker hatten deshalb schon früher ein Verbot des kontroversen Kleidungsstücks gefordert.

Im französischen Cannes trat schon im Juli aus ähnlichen Gründen ein Verbot gegen die von Muslimas bevorzugte Variante des Bikinis, den „Burkini“ in Kraft.

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