Die Welt ist gerettet: Burkiniverbot am Strand von Cannes.

Cannes (Frankreich). Geht es noch ein bisschen absurder? Cannes verbietet Verhüllung am Strand, als Terrorabwehr.

Im Bestreben die europäischen Bürger vor islamischem Terror zu schützen, greifen die Regierenden teilweise zu abstrusen Methoden: Die französische Stadt Cannes hat nun das Tragen des Burkini am Strand unter Verweis auf die jüngsten islamistischen Terroranschläge verboten. „Es geht nicht darum, das Tragen religiöser Symbole am Strand zu verbieten, sondern ostentative Kleidung, die auf eine Zugehörigkeit zu terroristischen Bewegungen hinweist, die gegen uns Krieg führen“, erklärte der Generaldirektor der städtischen Dienste, Thierry Migoule, am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zu dem Verbot. Ein Burkini weist also daraufhin, dass eine Frau eine Terroristin ist? Nun mag man den Burkini, sowie das Verschleierungsgebot im Islam für sexistisch und absurd halten, aber sicherlich gehört die Masse der Muslimas, die ein solches Kleidungsstück für den Strandurlaub kauft, nicht dem Islamischen Staat, oder Al-Qaida an!

Der sogenannte Burkini bedeckt im Gegensatz zu klassischen Badeanzügen den ganzen Körper und wird von fundamentalistischen Muslimas beim öffentlichen Baden getragen, um einer strengen Auslegung des Verschleierungsgebots Rechnung zu tragen. Das Burkiniverbot wurde bereits Ende Juli per Dekret von Cannes konservativem Bürgermeister David Lisnard erlassen. Demnach sei künftig, der Zutritt zum Strand und das Baden Menschen verboten, die „keine korrekte Kleidung tragen, die die guten Sitten und die Laizität respektiert sowie die Hygiene- und Sicherheitsregeln achtet“.

Gemäß dem Dekret droht „eine Strandbekleidung, die auf ostentative Weise eine religiöse Zugehörigkeit bezeugt, während Frankreich und die religiösen Kultstätten Ziel terroristischer Angriffe sind, zur Störung der öffentlichen Ordnung zu führen“. In Frankreich ist der Ganzkörperschleier verboten, doch gibt es kein Gesetz gegen das Tragen religiöser Symbole. Kürzlich hatte eine geplante Burkini-Veranstaltung bei Marseille zu einer solchen Kontroverse geführt, dass sie schließlich abgesagt wurde.

Inwieweit dieses Dekret die Sicherheit der französischen Strände jedoch steigern soll, kann der Bürgermeister ebenso wenig erklären wie der Chef der städtischen Dienste. Allerdings ist den beiden bisher kein Fall bekannt, in dem eine Terroristin in muslimischer Strandkleidung andere Badegäste ermordete. Warum also diese Regelung? So ganz erklären können die beiden es im Nachhinein auch nicht mehr. Letztlich versucht man wohl nur einmal mehr, sich den Wählern der erstarkenden rechtsextremen Kräfte in Frankreich mittels hohlem Aktionismus anzunähern!

lebendig-gekocht
Faktisch genauso verschleiert: Triathleten in Neoprenanzügen.

Das Beitragsbild zeigt übrigens ein Outfit, dass nunmehr verboten sein wird, während es beispielsweise Taucherinnen und Surferinnen weiterhin gestattet sein wird, Neoprenanzüge zu tragen, die eben soviel Haut verdecken. Den faktischen Unterschied kann Bürgermeister David Lisnard genauso wenig erklären, wie er die Frage beantworten kann, inwiefern die auf dem Beitragsbild abgebildete Dame durch ihre Kleidung den islamistischen Terror unterstützt. Könnte es demnach vielleicht doch sein, dass sich dieses Gesetz gegen den Islam richtet und eben nicht gegen den Terrorismus?

Advertisements

Ein Gedanke zu „Die Welt ist gerettet: Burkiniverbot am Strand von Cannes.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s