Ökonomische Kosten und Nutzen des Antimexikanischen Schutzwalls.

Washington D. C. (USA). US-Präsident Obama sagte kürzlich, Donald J. Trump sei kein Mann, der plant. Wo ihm aber Pläne fehlen, da hat der Rechtspopulist definitiv – jeden Tag neue – Ideen. Seine Art jede politische (Schnaps-)Idee zu äußern, brachte ihm unter Journalisten und Politikern bald den Ruf ein, unstet in seinen Positionen zu sein. So trat er zuletzt auch von seinem Plan, Muslimen generell eine Einreise in die USA zu verbieten, öffentlich zurück – wobei er wohl hofft, das würden nur wenige seiner Stammwähler mitbekommen. Stattdessen fordert er nun, nachdem er sich in einer Fehde mit der muslimischen Familie eines im Irak-Krieg getöteten Offiziers blamierte, Einreiseverbote für Bürger „terroristischer Nationen“- was auch immer das heißen mag.

Eine Idee vom Anfang seiner Kampagne jedoch hat der republikanische Präsidentschaftskandidat noch nicht verworfen: Seine berüchtigte Forderung nach einer „großen Mauer“ an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze. Damit sollen illegale mexikanische Einwanderer, von denen „einige gute Menschen“ seien, die meisten edoch „Drogendealer und Vergewaltiger“ von der Migration in die Vereinigten Staaten abgehalten werden. Wobei es ihn auch nicht kümmert, dass die Migrationsbilanz zwischen Mexiko und den USA negativ ist, also mehr Menschen nach Mexiko auswandern, als von dort einwandern.

Eine Studie der „Bernstein Research“-Gruppe warf nun einen Blick auf die Ökonomie des Baus seiner Mauer: Die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko ist 3.200 Kilometer lang, die Mauer jedoch müsste aufgrund natürlicher Grenzen – wie des Rio Grande – nur etwa halb so lang sein. Geht man von einer Länge von 1600 Kilometern und einer Höhe von 12 Metern aus, so ergibt sich daraus laut „Bernstein Research“, dass für die Mauer Beton im Wert von 711 Millionen US-Dollar und Zement im Wert von 240 Millionen US-Dollar benötigt würde. Arbeitskosten mit eingerechnet beliefen sich die vollständigen Kosten des „Antimexikanischen-Schutzwalls“ schließlich mit 15 bis 25 Milliarden US-Dollar auf einen – etwas – höheren Wert als die von Donald Trump geschätzte Summe von 10 Milliarden US-Dollar. Wobei die Studie dem Bau-Unternehmer einräumt, er könne den Bau aufgrund seiner Erfahrung im Baugeschäft etwas effizienter organisieren als die Forscher im Modell – was auch angezweifelt werden darf.

Abgesehen von dem Loch, dass die Mauer in den US-Haushalt schlagen würde, könnte sie aber auch als großes regionales Konjunkturprogramm wirken: Da es nicht wirtschaftlich ist, Beton und Zement über große Distanzen zu transportieren, wären die größten Profiteure binnen 320 Kilometern Entfernung zur Grenze zu finden. Zwar gibt es in den USA deutlich mehr grenznahe Firmen, die Beton oder Zement herstellen – und deutlich mehr Bauunternehmen aber da der republikanische Präsidentschaftskandidat darauf besteht, seine Mauer mit mexikanischem Geld zu errichten, wird wohl das mexikanische Unternehmen „Cemex“, dessen Kiesgruben, Steinbrüche und Verarbeitungsbetriebe nahe der Grenze liegen, den Zuschlag erhalten.

Immerhin würden ein paar wenige Unternehmen kurzfristig vom Bau der Mauer profitieren, was – ebenso kurzfristig – zur Schaffung von Jobs führen würde. Die sozialen und ökologischen Folgen des Mauerbaus jedoch wären kaum abzuschätzen.

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