Erneuter Anschlag der Taliban zeigt, wie falsch der Afghanistan-Einsatz war.

Kabul (Afghanistan). Kämpfer der radikalislamischen Taliban haben in der afghanischen Hauptstadt ein von Ausländern bewohntes Hotel gestürmt. Zuvor explodierte in unmittelbarer Nähe eine Bombe. Die islamistische Organisation behauptet, ihre Kämpfer hätten mehrere Menschen getötet.

 Nach ersten Informationen handelt es sich um das Northgate-Hotel nahe des Flughafens, das auch von Mitarbeitern und Partnern des US-Miliärs bewohnt wird. Über die Zahl der Opfer gab es zunächst keine belastbaren Imformationen.

Die Taliban ließen verlauten, sie hätten am Tor des Hotels eine Lastwagenbombe gezündet und viele Ausländer getötet oder verletzt. Der afghanische Sender Tolo TV sprach von vier Angreifern. Ein Sprecher der Nato-Mission Resolute Support bestätigte, dass es einen Angriff gegeben habe. Man versuche noch, Details herauszufinden. Nach Medienberichten sind auch afghanische Spezialkräfte vor Ort.

Der Angriff zeigt einmal mehr, dass die völkerrechtlich fragwürdige NATO-Mission in Afghanistan, die 2001 unter anderem gestartet wurde, um die Macht der Taliban über das Land im mittleren Osten zu brechen, gescheitert ist. Zwar kontrollieren die Taliban deutlich kleinere Gebiete Afghanistans und haben keine „offiziellen“ Staatsbefugnisse, allerdings organisiert die Extremistengruppe stattdessen in regelmäßigen Abständen gravierende Terroranschläge – vor allem gegen Ausländer und Kollaborateure des amerikanischen Militärs. Insgesamt könnte man sogar argumentieren, einem großen Teil der afghanischen Bevölkerung ginge es heute schlechter als vor dem Sturz der Taliban. Zumal mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eine weitere Bedrohung ihr Auge auf das gebeutelte Land richtet: Zuletzt töteten IS-Terroristen – ebenfalls in Kabul – 60 Menschen bei einem Selbstmordattentat auf eine Demonstration.

Besonders bitter ist die Erkenntnis, nichts verbessert zu haben, für die deutsche Bundeswehr, die doch einst ausgezogen war, hinter den Amerikanern, die nach dem 11. September von Rachsucht geleitet in Afghanistan einmarschierten, aufzuräumen, Brunnen zu graben und Schulen zu beschützen. Man wollte Demokratie und Freiheit verbreiten – schließlich konnte man schon verfassungsmäßig nicht in einen „echten“ Krieg ziehen.

Zu erwähnen ist dabei auch, dass der IS aus der Terrorgruppe Al-Qaida, die unter anderem für den verheerenden Anschlag auf das World Trade Center in New York 2001 verantwortlich gemacht wird, hervorgegangen ist. Diese wiederum entstand aus den Taliban, die im kalten Krieg von der US-amerikanischen Regierung gestützt wurden, um gegen die Sowjetunion zu kämpfen.

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