Montagsbörse: BREXIT-Panik überstanden, Amokläufe könnten Konsum bremsen.

Was wurden Anleger und Angestellte im Rahmen des BREXIT-Votums in Panik versetzt, dieses würde die europäische Wirtschaft schwächen, das Wachstum hemmen und vor allem Anleger vor Investitionen in Europa abschrecken. Lange jedenfalls scheint der Schreck nicht gewährt zu haben, mittlerweile konnte das BREXIT-Minus an den europäischen wieder ausgeglichen werden. Mit erfreulichen Daten des Ifo-Geschäftsklima-Index, der die Stimmung im Top-Management deutscher Unternehmen widerspiegelt, im Rücken, langten die Anleger am Montag wieder kräftig zu.

Zwar ging der Ifo-Index auf 108,3 Punkte zurück, allerdings hätte es „durchaus auch schlimmer kommen können“, erklärte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Der Ifo-Index belegt die These, dass das Brexit-Votum keine tiefen Bremsspuren in der deutschen Wirtschaft hinterlassen wird. Die Wachstumseinbußen werden im überschaubaren Rahmen bleiben.“ Schon unmittelbar nach dem BREXIT-Votum vertrat Spartacus weitestgehend diese These.

Der Dax stieg zu Handelsbeginn am Montag um 1,1 Prozent auf 10.260,05 Punkte und notierte damit erstmals wieder über seinem Niveau unmittelbar vor dem Brexit-Referendum vom 23. Juni. Zum Hoch des laufenden Jahres von Anfang Januar fehlten ihm damit aber noch gut 200 Zähler. Der EuroStoxx50 gewann zu Wochenbeginn 0,7 Prozent auf 2992 Stellen. Am positivsten allerdings ist die Entwicklung des Londoner Auswahlindex FTSE, der mit 6756,13 Punkten sogar ein Zwölf-Monats-Hoch erreichte, ob dies mit angekündigten Steuererleichterungen für Körperschaften zusammenhängt, ist nicht nachzuweisen, aber wahrscheinlich.

Der Euro reagierte ebenfalls mit leichtem Kursgewinnen. Er stieg auf einen Wechselkurs von 1,0979 Dollar. Gold dagegen, die typische Währung für konjukturschwache Zeiten verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 1314,63 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm), ein weiteres Zeichen für eine Erholung des Anlagetrends.

Verstärkt wurde dieser Trend durch die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen in den USA und in Japan. Die Fed könnte am Mittwoch dank einer Serie überraschend positiver Konjunkturdaten eine baldige Zinserhöhung signalisieren, schrieben die Experten der Essener National-Bank in einem Kommentar. Nach Aussage von Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets rechnen Investoren zudem für Freitag fest mit der Ankündigung weiterer Konjunkturhilfen durch die japanische Zentralbank.


Börsenwissen und Trivia.

Wissen Sie, warum vor der Frankfurter Börse ein Bär und ein Bulle stehen, warum diese beiden Tiere zum Symbol des Anlegertums wurden? Die beiden Geschöpfe stehen jeweils für einen Konjunkturstatus: Der Bär steht für das Fallen der Aktienkurse (Baisse), also einen wirtschaftlichen Rückgang, während der Bulle für steigende Kurse (Hausse), dementsprechend für die Steigerung angelegter Werte steht. Kein Wunder also, dass den Börsianern der Bulle das liebere Tier ist.

Aber warum nun Bulle und Bär? Dieses Sinnbild-Paar geht angeblich auf das 16. Jahrhundert zurück, wie in der Literatur zu lesen ist: Seinerzeit „besuchte ein spanischer Literat die damals dominante Börse in Amsterdam. Als er dem Treiben der Börsenhändler zusah, wurde er an eine besondere Variante des Stierkampfs in Südamerika erinnert: Dort ließ man nämlich in manchen Arenen Bullen gegen Bären kämpfen.“

Wenn ein Bär nach einem Gegner oder Opfer schlägt, haut er mit der Tatze von oben nach unten. Der Bulle stößt umgekehrt mit den Hörnern von unten nach oben. Auf die Aktienmärkte übertragen heißt das: Die Bären prügeln die Kurse nach unten, während die Bullen eine Aufwärtsbewegung befördern und den Wert der Aktien nach oben wuchten.


Ein Blick auf den Ifo-Geschäftsklima-Index.

Die meisten Unternehmen in Deutschland reagieren bislang eher gelassen auf das BREXIT-Votum der Briten, das zeigt der Ifo-Geschäftsklima-Index.

Während sich die Stimmung am Bau, im Einzelhandel und bei den Dienstleistern im Juli aufhellte, verschlechterte sie sich in der Industrie. Insgesamt fiel der Ifo-Geschäftsklima-Index um 0,4 auf 108,3 Punkte, deutlich geringer als befürchtet, wie die Münchner Forscher am Montag zu ihrer Umfrage unter rund 7000 Managern mitteilten. „Die deutsche Konjunktur zeigt sich widerstandsfähig“, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Aus Großbritannien hingegen kamen erneut Signale, dass das Referendum für einen EU-Austritt vor allem die Industrie auf der Insel belastet.

Der Ifo-Index gilt als wichtigstes Barometer für die deutsche Konjunktur. Viele Ökonomen hatten aufgrund des BREXIT-Votums mit einem deutlich stärkeren Rückgang gerechnet, der Index markiert jedoch weiterhin den zweithöchsten Stand in diesem Jahr.

Jedoch zeigt der Index auch, dass binnenwirtschaftlich orientierte Branchen eher an Zuversicht gewinnen, während exportabhängige Unternehmen tendenziell skeptischer sind. So verschlechterte sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe im Juli trotz zufriedenstellender Geschäftslage. „Die Industrie blickte aber merklich weniger optimistisch auf die kommenden Monate, die Automobilbranche berichtete sogar von pessimistischen Erwartungen.“ Das Vereinigte Königreich ist der weltweit drittwichtigste Absatzmarkt für deutsche Exporteure – nach den USA und Frankreich, aber noch deutlich vor China.

Im deutschen Einzelhandel, bei den Dienstleistern und am Bau hingegen ging es bergauf. „Im Bauhauptgewerbe klettert der Geschäftsklimaindikator auf immer neue Rekordwerte.“ Gerade für den Einzelhandel könnten jedoch die jüngsten Amoktaten und Terroranschläge ein Problem darstellen, da solche Situationen tendenziell den Konsum schwächen.

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