Christoph Waltz bezeichnet Nigel Farage als „Oberratte“

Er gilt als einer der talentiertesten deutschen Filmschauspieler, war schon oft als das Gesicht des absolut Bösen auf der Kinoleinwand zu sehen. Unvergessen ist seine Darstellung des Judenjägers Hans Landa im Tarantino-Blockbuster „Inglourious Basterds“. Ganz offensichtlich hat jedoch der echte Christoph Waltz ein gewisses Problem mit Rechtspopulisten – und wer will es ihm verdenken.

Ein Fan des BREXITs ist der Charakterschauspieler jedenfalls nicht, ein Fan des rechtspopulistischen UKIP-Chefs Nigel Farage wohl auch nicht. In einem Interview mit dem Pay-TV-Sender Sky reagierte Waltz scharf auf den Rücktritt des BREXIT-Anheizers.

„Natürlich würde die Oberratte das sinkende Schiff verlassen!“, sagte Waltz in dem Interview, dessen Anlass die Premiere des Kinofilms „Legend of Tarzan“ war, in dem der deutsche Schauspieler Rolle des Bösewichts Captain Rom übernahm. „Das ist unvermeidlich, wissen Sie, die haben versucht es wie einen heroischen Abgang zu verkaufen, dabei ist es das Zugeständnis einer Niederlage,“ fuhr der Schauspieler fort. „Sie [Die Rechtspopulisten] klemmen ihren Schwanz zwischen die Beine und verlassen, wie es Ratten tun, das sinkende Schiff.“ Dabei überließen die Protagonisten der Pro-BREXIT-Kampagne es anderen, das Chaos hinter ihnen zu beseitigen, während sie selbst sich neuen profitablen Geschäften widmeten, so Waltz. „Das zeigt Ihnen, wie verachtenswert* diese Leute sind, dass sie nicht einmal für das gerade stehen können, was sie verursacht haben.“ Nun kennt Waltz als Charakterdarsteller, der sich immer wieder in die Gedankenwelt von Schurken und Bösewichten hinein begeben hat, ja die Denkweise solcher Leute gut, an den besten Schauspielern gehen solche Rollen schließlich nicht spurlos vorbei, umso beeindruckender ist, welch harte Worte er für Farage und seinesgleichen findet.

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„Natürlich würde die Oberratte das sinkende Schiff verlassen!“ (Foto: „Alamy“)

Auf die Frage, ob er gegen den BREXIT gewesen sei, sagte der deutsch-österreichische Schauspieler übrigens: „Oh, hundertprozentig, ein bisschen zu emotional, weil ich die abgrundtiefe Idiotie dahinter nicht verstehen kann!“ Für einen Weltmenschen wie Waltz, der zwar in Wien geboren wurde, aber Karriere in Deutschland und den USA machte, ist das eine konsequente Einstellung und für uns ein weiterer Grund, den Schauspieler Christoph Waltz zu lieben, der uns so oft mit hassenswerten Rollen begeistert.


 Anmerkung der Redaktion:

*Im englischen Original verwendet Christoph Waltz das Wort „despicable“, welches mehrere Bedeutungsdimensionen hat und im Deutschen so keine direkte Entsprechung kennt, teilweise wird es auch mit „nichtswürdig“, „widerwärtig“, oder „niederträchtig“ übersetzt.

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